Am Mittwoch ist die Knödelproduktion in Reitzenhain wieder angelaufen. Gundula Hofmann nimmt die geformten Hefeknödel aus der Maschine.
Foto: Jan Görner
Knödelproduktion in Reitzenhain läuft wieder an
Fast alle Maschinen in der Firma sind nach dem Brand am Montag wieder auf Vordermann gebracht worden
Reitzenhain. Bei dem Feuer am Montag im Reitzenhainer Unternehmen Münzners Knödelproduktion ist die Fertigung wegen des eingedrungenen Löschwassers stark in Mitleidenschaft gezogen worden. "Das Wasser kam überall durch", sagt Geschäftsführer Roland Münzner. Nach einer ersten Schadenssichtung am Montag starteten sofort Aufräumarbeiten, und am Mittwochnachmittag konnte die Produktion nach einem ersten Testlauf wieder beginnen.
Die Zeit bis dahin war bestimmt von viel (Reinigungs)-Arbeit und wenig Schlaf. Gleich nach dem Feuer habe ein Elektrobetrieb dafür gesorgt, dass unter anderem die Telefonanlage wieder lief, berichtet Roland Münzner. Schon während der Löscharbeiten sei ein Baubetrieb vor Ort gewesen, der abends die Notabdichtung des Daches vornahm, wo es gebrannt hatte. Firmen stellten Trocknungsanlagen zur Verfügung, ein Holzbetrieb habe sofort Balken für die Notabdeckung zugeschnitten, der Bäcker habe zur Unterstützung Kuchen gebacken, und auch Oberbürgermeister Thomas Wittig sei vor Ort gewesen. Froh ist der Unternehmer besonders über die schnelle und effektive Arbeit der Feuerwehr.
"Die drei Firmen sind unser Lebenswerk. Wir haben sie von Grund auf aufgebaut", stellt Roland Münzner fest. In der Champignonzucht R. Münzner, Münzners Spezialitäten GmbH und Münzners Knödelproduktion Roland & Matthias Münzner GbR sind insgesamt 120 Mitarbeiter beschäftigt. "Für sie hat sich natürlich auch die Frage gestellt, wie es weitergeht." Die Firmen seien untereinander eng verbunden. "Es musste also eine schnelle Lösung her."
Wem es möglich war, habe bei den Aufräum- und Reinigungsarbeiten in der Produktion des Knödelunternehmens mit angepackt. Schließlich musste auch ein hoher hygienischer Standard wiederhergestellt werden. Bevor am Mittwoch die Produktion aufgenommen wurde, ist zudem noch eine neue Decke installiert worden. Bis zum Abend sollten weitere Maschinen wieder zum Laufen gebracht werden. "Ich denke, in 14 Tagen sind wir wieder auf einem normalen Niveau", kündigte der Geschäftsführer an. Er ist optimistisch, dass keine Mitarbeiter entlassen werden müssen. Vor dem Brand habe das Reitzenhainer Unternehmen Warenreserven für knapp eine Woche gehabt, bislang sei es nicht zu einem Engpass bei den Lieferungen gekommen.
Die Einschätzung der Höhe des entstandenen Schadens sei schwierig. 60.000 bis 80.000 Euro könnten für Bauarbeiten anfallen, 10.000 bis 20.000 Euro für Installationen, von denen auch noch einige anstehen. Maschinen und Geräte hätten weniger Probleme bereitet, als zunächst angenommen. Diese seien in bestimmten Bereichen feuchtraumgeschützt, das heißt, bei einem Wassereinbruch wird nicht gleich alles beschädigt. Der Grund für diesen Schutz: Die Produktion läuft bei hoher Luftfeuchtigkeit. Insgesamt rechnet der Geschäftsführer mit einem Schaden in Höhe von 150.000 bis 200.000 Euro.
Nach wie vor ermittelt unterdessen die Polizei wegen des Verdachts auf fahrlässige Brandstiftung. "Wir gehen davon aus, dass das Feuer bei Arbeiten auf dem Dach entstanden ist", sagte am Mittwoch ein Sprecher der Polizeidirektion Chemnitz-Erzgebirge. Es gebe diesbezüglich keine anderen Erkenntnisse.

