Kurbetrieb in Warmbad bleibt vorerst ein Zuschussgeschäft
Großkreis will Beihilfen für die Silber-Therme absenken - Arbeitsgruppe verfolgt altes Konzept: Private Investoren sollen der Einrichtung mehr Gäste bescheren
Warmbad. Warmbad. Trotz rückläufiger Besucherzahlen hat die Silber-Therme Warmbad 2009 das zweitbeste Betriebsergebnis seit ihrem zehnjährigen Bestehen erreicht. Was zunächst verwundert, erklärt Anna-Luise Hausotte mit jeweils fünfprozentigen Zuwächsen in den Bereichen Gastronomie und Wellness gegenüber 2008. Zugleich wurde bei Personalausgaben und Betriebskosten für Gas, Wasser und Strom gespart, berichtet Hausotte, die zusammen mit Knut Hinkel die Geschäfte der Kur- und Gesundheitszentrum Warmbad Wolkenstein GmbH führt. Das Jahresergebnis habe sich gegenüber 2008 um 70.000 Euro verbessert.
Allerdings sollte der Zuwachs nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Kurgesellschaft in ihrer augenblicklichen Konstellation ein Zuschussgeschäft bleibt. Denn zu deren Aufgaben gehören ebenso Kurort-Entwicklung, kulturelle Angebote sowie Kurparkpflege. Neben Wolkenstein (38.000 Euro) steuert der Erzgebirgskreis als Gesellschafter in diesem Jahr 212.000 Euro bei. Während der alte Mittlere Erzgebirgskreis, in dem die 55-Millionen-Investition aus der Taufe gehoben wurde, in den zurückliegenden Jahren stets zahlte, laufen im neuen Großkreis Bestrebungen, die Beihilfe künftig abzuschmelzen. "Wir haben vom Kreis die klare Zielstellung erhalten, die Zuschüsse soweit runter zu fahren, dass sie gegen Null gehen", bestätigt Hinkel, ebenso Geschäftsführer der Klinikum Mittleres Erzgebirge gGmbH. Um das Ziel zu erreichen, verfolgt die Kurgesellschaft ein Konzept, das schon vor Jahren greifen sollte, aber bisher nicht von Erfolg gekrönt war. Es geht um private Investitionen, die etwa neue Gesundheitsangebote, ein Hotel mit Bademantelgang zur Therme oder die Wiederbelebung des seit Jahren leer stehenden Pawlowhauses bewirken könnten. Die Geschäftsführer versprechen sich davon einen großen Besucherzuwachs für die Therme.
Um die Aufgaben zu schultern, wurde 2008 eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen. Hinkel hatte gehofft, zum Thermen-Jubiläum einen Erfolg verkünden zu können, doch der lässt auf sich warten. "Die Chancen stehen fifty-fifty, dass sich 2010 oder 2011 etwas bewegt. Wir werden auf jeden Fall mit Hochdruck daran arbeiten", versichert er. Doch auch auf den ungünstigsten Fall, der eintreten kann, will die Geschäftsführung vorbereitet sein: Ein externes Beraterbüro soll prüfen, inwieweit sich die Kurgesellschaft juristisch gesehen separieren lässt. Die Silber-Therme für sich gesehen könnte bei einem geringen Zuschuss betriebswirtschaftlich auf eigenen Beinen stehen, erklärt Hinkel.


