Rettungsassistent Christian Richter (links) und Rettungssanitäter André Pöttrich sind gerade von einer Fahrt wieder in die Rettungswache Pockau zurückgekehrt. Dort nutzen die Helfer die Räume des DRK-Ortsvereins Pockau.
Foto: Jan Görner
Landkreis plant Neubau einer Rettungswache
Angedacht ist, dass der neue Stützpunkt in Görsdorf entsteht
Pockau. Seit 2006 ist Pockau eine Außenstelle der Rettungswache Marienberg. Ein Rettungswagen und zwei Einsatzkräfte des Deutschen Roten Kreuzes sind dort derzeit stationiert. Besetzt ist der Stützpunkt jedoch nur tagsüber: von 6 bis 22 Uhr in der Woche und von 8 bis 16 Uhr am Wochenende. Das soll sich nun offenbar ändern.
Der Landkreis hat sich an die Gemeinde Pockau gewandt, die Eigentümerin eines aus seiner Sicht geeigneten Grundstücks in Görsdorf ist. Das bestätigt die Sprecherin des Landratsamtes, Jutta Leonhardt. Geplant ist, einen Erbbaurechtsvertrag für das Grundstück an der Bundesstraße 101 abzuschließen, das an die Albbrucker und die Buchener Straße grenzt. Dort könnte eine neue Rettungswache gebaut werden - etwa 500 Meter Luftlinie vom derzeitigen Stützpunkt entfernt, der sich in der Nähe des Bahnübergangs befindet. Der Rettungsdienst nutzt die Räume des DRK-Ortsvereins, der diese wiederum von der Gemeinde mietet, der das Gebäude gehört.
Gründe für den Neubau der Nebenstelle gibt es offenbar mehrere. Die derzeitige Unterbringung entspreche "nicht (mehr) den geforderten Standards für Einrichtungen des Rettungsdienstes", heißt es aus dem Landratsamt. Der Kreis will offenbar selbst Eigentümer werden. Denn die Anfrage, den Erbbaurechtsvertrag abzuschließen, sei gestellt worden, "da dem Landkreis Investitionen in Mietobjekte verwehrt sind".
Jutta Leonhardt betont, dass das Gebiet, das von der Wache aus bedient wird, unverändert bleibt. Der Versorgungsbereich erstreckt sich auf Pockau mit den Ortsteilen Görsdorf, Forchheim, Wernsdorf und Nennigmühle, auf Haselbach, Hutha, Sorgau und die Stadt Lengefeld mit Wünschendorf. Rund 7890 Bürger leben in dem Bereich. Auch blieben "die rettungsdienstlichen Leistungen unverändert", so Leonhardt. Jedoch könnten sich die Zeiten, in denen die Wache besetzt ist, ändern. Laut Mario Richter, Geschäftsführer des DRK-Kreisverbands Mittleres Erzgebirge, gibt es beim Landkreis Überlegungen, die sogenannte Vorhaltefrist zu verlängern. Doch für eine deutlich ausgedehnte Dienstzeit fehlen im derzeitigen Gebäude unter anderem Duschen und ausreichend Ruheräume. Die Außenstelle sei vor fünf Jahren zunächst in den Räumen des DRK-Ortsvereins eingerichtet worden, um auszuloten, wie oft die Rettungskräfte von Pockau aus gerufen werden, so Richter. Inzwischen sei laut DRK der Bedarf sogar gestiegen, sodass sich die Vorhaltefrist verlängern könnte.
Entschieden ist noch nichts. Am Donnerstag beschäftigt sich der Kreistag zunächst mit dem Thema Rettungsdienst. Der Bereichsplan für den Erzgebirgskreis steht auf der Tagesordnung. Das Gremium wird letztlich auch über den Neubau entscheiden. Zudem hat der Pockauer Gemeinderat noch nicht über den Erbbaurechtsvertrag abgestimmt. Laut Bürgermeister Heiko Friedemann (CDU) spreche aus Sicht der Gemeinde aber nichts dagegen.


