Lernort der Artenvielfalt entsteht in Rübenau
Förderverein Natura Miriquidica plant mit Naturschutzkindergruppe Renaturierung einstiger Brache - Tag dient Erfassung von Tieren und Pflanzen
Rübenau. Rübenau. Sobald es das Wetter zulässt, will der Förderverein Natura Miriquidica die Renaturierung einer Fläche in Rübenau fortsetzen. "Entstehen soll dort ein Lernort für Artenreichtum", erläutert Kay Meister, Vorsitzender des Vereins. Auf der 0,6 Hektar großen Fläche sollen vielfältige Biotopstrukturen geschaffen werden. "Ziel ist es, die lokale Lebensvielfalt durch dauerhafte Pflege der Lebensräume und naturschutzgerechte Nutzung zu erhöhen."
Auf dem Areal stand einst der Gasthof in Einsiedel-Sensenhammer. Er war Ende des 19. Jahrhunderts weit über die Grenzen Rübenaus hinaus bekannt. Von 1950 bis 1960 war das Gebäude Ferienheim des Reichsbahnausbesserungswerks Jena, dann gehörte es zum Zuckerkombinat Zeitz. Seit 1990 stand es leer. Im Herbst 2009 ließ die Stadt Marienberg das Gebäude abreißen und verpachtete das Grundstück an den Förderverein, der sich der Renaturierung und Revitalisierung angenommen hat. Mithilfe seiner Naturschutzkindergruppe soll die Natur dort wieder eine Chance erhalten.
Sich weiter entwickeln können sollen Magerrasen-, Bergwiesen-, Feuchtwiesen-, Gebüsch- und Kleingewässerstrukturen auf der Brachfläche und in den Randbereichen. Diplombiologe Kay Meister hat bereits Bärwurz, Seggen und Binsen auf dem Gelände entdeckt. Geplant ist zudem, Biotopelemente zu schaffen. "Wir wollen eine Trockenmauer bauen, auf der sich etwa Eidechsen wohlfühlen."
Das Material dafür stamme aus einem Steinhaufen, den die Abrissfirma liegen gelassen habe. Sie habe Mutterboden aufgezogen, sodass noch im Herbst Buchen und Linden angepflanzt werden konnten. Der Bau von Vogelhäuschen und eventuell einem Insektenhotel ist ebenso angedacht. Auch sind Stellflächen für Pkw angelegt worden. Das Gelände soll öffentlich begehbar sein. Meister erhofft sich Anregungen von Bürgern für die Fläche. Erste Ideen seien eingegangen, etwa über einen Kräutergarten.
An die Öffentlichkeit richtet sich auch der Tag der Artenvielfalt am 4. Juni. Zum dritten Mal - diesmal auf dem Areal in Rübenau und vor allem an und in einem dort existierenden Teich - nimmt der Verein eine "Arteninventur" vor. Schüler, Familien mit Kindern und Naturinteressierte können helfen, möglichst viele verschiedene Tiere und Pflanzen zu entdecken.


