Rund 110 Einsatzkräfte waren am Montag am Ortseingang von Reitzenhain damit beschäftigt, den Brand im Dachgeschoss zu löschen.
Foto: Matthias Leipnitz
Löscharbeiten in Reitzenhainer Knödelfabrik setzen Produktion unter Wasser
Feuer brach bei Dacharbeiten aus - Polizei schließt vorsätzliche Brandstiftung aus
Reitzenhain. Ein Feuer im Dach der Knödelproduktion Münzner am Ortseingang von Reitzenhain hat am Montag einen Großeinsatz der umliegenden Feuerwehren ausgelöst. Einige Mitarbeiter mussten von der Feuerwehr aus dem brennenden Gebäude evakuiert werden.
Es war gegen 10.40 Uhr, als bei René Timmel der Alarm einging. Zu der Zeit war der Reitzenhainer Feuerwehrmann, der den Einsatz dann leitete, gerade bei der Arbeit. Er ist Juniorchef in dem Autohaus, das nur wenige Meter von der Knödelfabrik entfernt ebenfalls an der Bundesstraße 174 steht. "Unsere Arbeiter haben es ungefähr zur gleichen Zeit gesehen."
Als René Timmel mit den ersten Kameraden am Brandort eintraf, sahen sie, wie das Feuer an den Firsten loderte. Ein Stück Dachhaut fehlte bereits, Flammen schlugen heraus. Erst versuchten die Feuerwehrleute von innen ins Dachgeschoss vorzudringen. Dort - zwei Etagen über der Knödelproduktion - befanden sich laut Timmel unter anderem Besprechungsräume, Lager und ein Archiv. "Doch die enge Bebauung und die Ausbreitung des Brandes haben uns das nur schwer möglich gemacht." Die Kameraden mussten sich zurückziehen, konzentrierten sich auf den Löschangriff von außen. Unter anderem hackten die Feuerwehrleute auf der Drehleiter etwa 25 Quadratmeter Dach auf, um die Flammen besser zu erreichen.
Teile des Daches hatte das Feuer bereits zerstört.
Foto: Matthias Leipnitz
Elf Mitarbeiter wurden laut Polizei evakuiert, ein 51-Jähriger ließ sich mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung ambulant behandeln. René Timmel und die anderen Feuerwehrleute mussten drei Personen aus dem Gebäude holen, die das Feuer noch selbst löschen wollten. "Das bringt in dem Moment überhaupt nichts", warnte der Fachmann. Nach Angaben des Unternehmens sind in der Knödelproduktion derzeit 28 Arbeitskräfte im Zweischichtsystem beschäftigt.
Vorsätzliche Brandstiftung schließen Polizei und Einsatzleiter aus. Während die Kripo bei den zurückliegenden Bränden in der Stadt in einem Kälberstall, einem Schuppen, am Dach der Altstadtkaserne und an der Außenwand einer Scheune in genau diese Richtung ermittelt, liegt bei diesem Feuer ein anderer Verdacht nahe: "Es geht in Richtung fahrlässige Brandstiftung", sagte Polizeisprecherin Heidi Hennig. Denn an dem Dach war gerade gearbeitet worden. An dieser Stelle sei auch das Feuer ausgebrochen, sagte Hennig.
"Ob zu dem Zeitpunkt gerade jemand dort oben gearbeitet hat, müssen die Ermittlungen klären." Die Höhe des Schadens ist noch nicht bekannt. Vonseiten des Unternehmens, das die Brüder Roland und Matthias Münzner leiten, war am Montag niemand für eine Stellungnahme zu erreichen. Laut René Timmel musste die Knödelproduktion im Erdgeschoss unterbrochen werden. "Da steht alles unter Wasser."
Am Ende waren sechs Ortswehren ausgerückt, mit denen vom DRK waren 110 Kräfte im Einsatz. Nicht zuletzt, um genügend Wasser zu haben. "Die Löschwasserversorgung in Reitzenhain ist eine Katastrophe", machte René Timmel seinem Ärger Luft. Weit und breit kein Löschteich in der Nähe, mussten die Satzunger Kameraden 750 Meter Schlauch bis zum Grenzbach ausrollen. Nicht nur deshalb blieb die Bundesstraße bis gegen 12.40 Uhr gesperrt.

