Bauleiter Andy Tauber am Mundloch des Gläserstollns. Eine Bergmannsfigur der Bergknappschaft Marienberg "wacht" am Eingang.
Foto: Jan Görner
Mittelstück vom Weißtaubner Stolln saniert
Zugang wurde über Gläserstolln, Hüttenschacht und Brüderschacht geschaffen - Kosten belaufen sich auf rund 950.000 Euro
Marienberg. Marienberg. Der Blick auf das Mundloch des Gläserstollns in Marienberg-Hüttengrund ist wieder frei. Eine Mauer, die zuvor den Eingang versperrte, wurde entfernt. Eine andere Mauer stützt nun die Böschung. Doch die Gestaltung des Eingangsbereiches stellt nur den Abschluss einer weitaus größeren Baumaßnahme dar: die Sanierung eines Teils des Weißtaubner Stollns für 950.000 Euro.
Diese hat die Bergsicherung Sachsen GmbH mit Sitz in Schneeberg in knapp eineinhalb Jahren im Auftrag des Sächsischen Oberbergamtes verwirklicht. Der Weißtaubner Stolln liegt 50 Meter unterhalb des Gläserstollns und ist mit diesem über den Hüttenschacht verbunden. Um Zugang zum Weißtaubner Stolln zu erhalten, wurden der Gläserstolln stellenweise verbreitert. Der Hüttenschacht erhielt Leitern zum Einfahren und eine Förderanlage. Letzteres erfolgte auch am 25 Meter tiefen Brüderschacht - einem Tagesschacht hinter der Auhagen GmbH, der das andere Ende des 1,1 Kilometer langen sanierten Stollenteils bildet.
"Im Herbst konnten wir mit den Arbeiten am Weißtaubner Stolln beginnen", sagt Bauleiter Andy Tauber. Acht Beschäftigte holten Gestein, Schlamm, alten Stahl und Holz aus dem Berg. "Das waren Hindernisse für die 100 Liter Wasser, die im Schnitt pro Sekunde aus dem Stolln in die Pockau fließen", so Tauber. "Der Weißtaubner Stolln ist der zentrale Entwässerungsstollen für das Bergbaurevier Marienberg/Pobershau. Wenn er sich zusetzt, kann es zu Einbrüchen an der Oberfläche kommen, oder es tritt irgendwo Wasser aus", verdeutlicht Martin Herrmann, Abteilungsleiter Altbergbau beim Oberbergamt. Um dem vorzubeugen, erneuerten die Arbeiter auch alte Stahlträger. Zudem überbauten sie nach unten führende Schächte mit Gittern.
Der Weißtaubner Stolln ist 4,5 Kilometer lang und führt vom Schacht 302 am Aqua Marien bis zum Zusammenfluss von Roter und Schwarzer Pockau. Er wurde laut Martin Herrmann im 17. Jahrhundert für den Silberabbau angelegt und zuletzt von der Wismut in den 1950er-Jahren erweitert. Das Teilstück von Mundloch bis Brüderschacht soll ab 2011 saniert werden. Dafür ist jedoch die Finanzierung laut Oberbergamt noch nicht gesichert. Auch eine Erneuerung des Restes ist vorgesehen.
Kleinere noch verbleibende Arbeiten will die GmbH in diesem Monat abschließen. Danach ist geplant, den Gläserstolln zurück in die Hände der Bergknappschaft Marienberg zu geben, die ihn 1994 wieder befahrbar gemacht hatte. Sie musste für ihre Mettenschichten 2009 auf das Trebrahaus ausweichen. "In diesem Jahr nutzen wir dafür noch den Pferdegöpel in Lauta, aber im nächsten soll die Mettenschicht wieder im Gläserstolln stattfinden", sagt Vorsitzender Siegfried Schubert. Auch kann er sich wieder einzelne Führungen für Interessierte vorstellen.


