Ortsschild Bürgermeister Michael Ost, noch für zwei Tage Bürgermeister von Pobershau, zeigt eines der neuen Ortsschilder.

Foto: Jan Görner

Neue Schilder und ein kleiner Aufkleber für den Ausweis

Ab 1. Januar ist Pobershau nicht mehr eigenständig, sondern ein Ortsteil von Marienberg

Pobershau. Der Januar beginnt in Pobershau geschäftig. Nächste Woche tauschen Mitarbeiter der Straßenmeisterei und des Marienberger Bauhofs die neun gelben Ortsschilder aus. Auf denen schiebt sich zwischen den Wörtern "Pobershau" und "Erzgebirgskreis" der Titel "Große Kreisstadt Marienberg".

Für den Pobershauer Ortsteil Rittersberg bedeutet die Eingemeindung in die Stadt Marienberg eine Aufwertung. "Rittersberg kann ja nicht Ortsteil vom Ortsteil sein", sagt Pobershaus Bürgermeister Michael Ost (CDU). Daher sind Rittersberg und Pobershau ab Sonntag gleichgestellt, beide als neue Ortsteile von Marienberg. Jedoch müssen die Rittersberger die Änderung eines Straßennamens hinnehmen: Weil es schon eine Siedlung in Lauta gibt, wird jene in Rittersberg künftig Rittersberger Siedlung heißen.

Mit dem Schritt der Eingemeindung wächst das Stadtgebiet Marienberg um 540 Hektar auf 111,4 Quadratkilometer, die Zahl der Einwohner in der Großen Kreisstadt steigt um gut 2000 auf 15.300.

Heute hat Michael Ost seinen letzten Tag im Dienst als hauptamtlicher Bürgermeister von Pobershau. Nach knapp sieben Jahren muss der 51-Jährige sein Dienstzimmer räumen, das künftig der Sportverein als Vereinsraum nutzt. Das restliche Rathaus wird erstmal leer stehen. "Wir bauen nächstes Jahr die Schule. Das Haus ist als Reserve gedacht, falls die Bauarbeiten nicht in den Ferien fertigwerden." Eine Anlaufstelle, um etwa Gelbe Säcke abzuholen, haben die Pobershauer weiterhin mit dem Gästebüro. "Obwohl wir den Leuten raten, sich an die Fachämter in Marienberg zu wenden."

Verwaist sein wird das Rathaus ab Montag aber nicht. In der zweiten und dritten Januarwoche können die Pobershauer dort die Adresse auf ihrem Personalausweis ändern lassen. "Das ist nur ein kleiner weißer Aufkleber", sagt Michael Ost. Angestrebt sei, dass das Rathaus Ende Januar leer ist. Dort hatte der Bürgermeister zuletzt mit zwei Mitarbeitern gearbeitet. Die beiden bekommen in der Marienberger Stadtverwaltung neue Arbeit. Michael Ost selbst wird im Eigenbetrieb Mab künftig für das Wanderwege- und Loipennetz sowie die Touristinformationen verantwortlich sein. Er gehe mit etwas Wehmut, gibt er zu. "Wer nicht an der Arbeit hängt, hat etwas falsch gemacht. Aber ich habe mich damit abgefunden und weiß, dass es für Pobershau eine vernünftige Lösung ist."

Die Bürger müssen sich aber nicht komplett umstellen. Wer Mitglied in einer der beiden Ortsfeuerwehren Pobershau und Rittersberg ist, wird in der Hinsicht kaum etwas spüren. "Die Wehren behalten ihre Namen, die Leitungen bleiben die selben, die Feuerwehrleute verrichten weiter ihre Dienste in den Ortsteilen", sagt Frank Racz. Als Marienberger Wehrleiter steht er allen - ab 1. Januar dann elf - Ortswehren der Stadt vor. "Eigentlich ändert sich gar nichts." Außer, dass über Anschaffungen künftig der Gemeindefeuerwehrausschuss berät, der ab Januar um die Vertreter aus den beiden Ortswehren aufgestockt wird.

Apropos aufgestockt. Der Stadtrat von Marienberg erhält fünf neue Mitglieder, auch die Fachausschüsse werden 2012 neu gemischt. Der Stadtrat entscheidet dann ebenfalls, was mit der Hochzeitsprämie passiert. Knapp 451.000 Euro bekommt Marienberg vom Freistaat für die Eingemeindung: 100 Euro für jeden Pobershauer und 50 Euro für die ersten 5000 Alt-Marienberger Einwohner. "In der Urkunde zur Eingemeindung ist festgeschrieben, dass das Geld in den jeweiligen Ortsteilen investiert wird", sagt Marienbergs Beigeordneter André Heinrich. Abzüglich der Kosten, die die Eingemeindung verursacht und die noch nicht feststehen, können sich die Einwohner von Pobershau und Rittersberg somit über eine stattliche Summe freuen, die in ihren Neu-Ortsteil von Marienberg fließen wird.

 
erschienen am 29.12.2011 ( Von Kathrin Weigert )
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