Der historische Streckenplan des Marienberger Dreiecks. Diesen Kurs fuhren die Teilnehmer bis 1934.
Foto: Jan Görner
Oldtimer sind auf historischer Rennstrecke unterwegs
Marienberger Dreieck erwacht am Wochenende wieder zum Leben
Marienberg. Es ist bereits 75 Jahre her, das zum letzten Mal Rennmaschinen entlang der Traditionsstrecke des Marienberger Dreiecks röhrten. Von 1923 bis 1929 sowie 1933, 1934, 1935 und 1937 fanden dort die legendären Rennen statt, die mit den heutigen Vorläufen zur Deutschen Meisterschaft vergleichbar sind.
Kleine Änderungen am Kurs
Jörg Buschmann und Jörg Zander möchten daran erinnern. Deshalb organisieren sie alle zwei Jahre ein Oldtimertreffen in der ehemaligen Kreisstadt. Etwa 200 Teilnehmer erwarten die beiden am Samstag ab 10 Uhr in der Zschopauer Straße zu Füßen des Zschopauer Tores. Gegen 14 Uhr startet die Tour der Teilnehmer entlang der historischen Strecke des Marienberger Dreiecks. Bis auf zwei in der jüngeren Geschichte erfolgte Umbauten ist der Rundkurs heute noch befahrbar, wie vor einem dreiviertel Jahrhundert. Verschwunden sind die Passage der Bundesstraße 174 durch das Zschopauer Tor sowie die ehemalige Spitzkehre in Wolkenstein. Die 17 Kilometer lange Strecke führte von Marienberg über die Heinzebank und Wolkenstein wieder nach Marienberg zurück. Am Samstag wird sie von den Teilnehmern ohne extra Absperrungen abgefahren. "Da wir uns im fließenden Straßenverkehr bewegen, ist unbedingt auf das Einhalten der Straßenverkehrsordnung achten", betont Jörg Zander. Daher besteht für Teilnehmer auch unbedingte Helmpflicht. Stahlhelme oder Lederkappen, wie sie früher üblich waren, entsprechen heute eben nicht den geltenden Vorschriften. Start und Ziel erfolgen wie damals in der Zschopauer Straße in der Marienberger Innenstadt.
Gefühl wie vor 75 Jahren
Das Besondere: Eine authentische Maschine aus der damaligen Zeit wird während des Samstagvormittages mehrfach durch das Fahrerlager fahren. "Das wird man in der ganzen Stadt hören, denn der Sound der Maschine ist infernalisch laut", so Jörg Zander.
Beim Marienberger Dreieck war diese Rennmaschine selbst nicht dabei. "Wir können nur noch drei Maschinen nachweisen, die damals auf der Strecke fuhren", erklärt der Lautaer. Ihn fasziniert das Rennen in seiner Heimatstadt schon seit seiner Jugendzeit. Damals hatten ihn noch Augenzeugen vom Auflauf der Menschen an den Straßenrändern erzählt. Vor zehn Jahren hatte Jörg Zander ein Buch zum Marienberger Dreieck veröffentlicht.
Das Oldtimertreffen ist in diesem Jahr in den Marienberger Holzmarkt eingebettet. Organisiert vom Marienberger Eigenbetrieb Mabµ bieten vom Freitag bis Samstag über 40 regionale Firmen, Handwerker und Vereine Einsicht in das Thema Holz als Werkstoff. "Vom Baumsetzling bis zum Fertighaus ist alles zu erleben", so Jörg Zander.

