Orgelbauer Bernd Remler prüft die bereits restaurierte Barkermaschine der Marienberger Orgel. Mit dieser Vorrichtung wird der Druck verringert, den der Spieler auf die Taste ausüben muss - eine Art Servolenkung für das Instrument also.
Foto: Jan Görner
Orgelrestaurierung soll bereits im Frühjahr 2013 beendet sein
Bauzeit an der Marienberger Schubert-Orgel lässt sich deutlich verkürzen
Marienberg. Insgesamt 30.000 Euro hat der Förderverein zum Erhalt der Marienberger Kirche St. Marien bislang für die Restaurierung der dortigen Schubert-Orgel zusammenbekommen. Doch auch private Spender und 10.000 Euro aus der PS-Lotterie der Sparkasse tragen dazu bei, dass die Arbeiten an dem 1879 eingeweihten Instrument nicht erst 2015, sondern nach Möglichkeit bereits im Frühjahr kommenden Jahres beendet sein können, sagt der Marienberger Kantor Rudolf Winkler.
Der Kirchenmusikdirektor, der derzeit in dem Gotteshaus eine kleine Orgel spielt, gesteht: "Ich sehne mich nach dem großen Instrument zurück. Das geht auch der Gemeinde so." Aber er habe stets den Eindruck, dass die Arbeiten auf einem guten Weg seien - nicht zuletzt mit Blick auf den großen Batzen an Eigenmitteln, der bisher erbracht werden konnten. Insgesamt kostet die Restaurierung des Instruments rund 250.000 Euro und damit etwa 25.000 Euro mehr als ursprünglich geplant. Gelder fließen dabei auch vom Landeskirchenamt und vom Denkmalschutz.
Unterdessen nimmt sich Orgelbauer Bernd Remler von der Großolbersdorfer Orgelbaufirma Wünning in einem temperierten Raum neben der Orgelempore Stück für Stück das auseinandergebaute Instrument vor. Wobei das Auseinandernehmen und Restaurieren ineinander übergehen. Auseinandergebaut wurden beispielsweise entgegen ursprünglichen Planungen die Windladen - der Teil einer Orgel, auf dem die Pfeifen aufgestellt sind. Auch dort sei der Schimmelbefall sehr groß gewesen.
Alles werde gereinigt und mit entsprechenden Mitteln behandelt, sodass für die nächsten 50 bis 100 Jahre diesbezüglich Ruhe herrschen dürfte, sagt Bernd Remler. "Wenn wir schon einmal alles offen haben, dann machen wir es auch richtig."
Die Mechanik in der Schubert-Orgel entspreche der von drei Orgeln, die die Firma sonst restaurieren würde, meint er. Um diese ganze Mechanik auch nutzen zu können, ist das Instrument einst als erstes seiner Art in Sachsen mit einer Barkermaschine ausgestattet worden. Dabei handelt es sich um eine Vorrichtung, die den vom Spieler auf die Taste auszuübenden Druck verringert. "Eine Art Servolenkung für die Orgel", zieht Bernd Remler einen Vergleich in die Gegenwart. Die Barkermaschine ist bereits restauriert.
Nicht nur in Marienberg wird derzeit eine Orgel auf Vordermann gebracht: In Lengefeld betrifft dies die Hildebrandt-Orgel. Auch dort engagiert sich ein Förderverein bei der Mittelbeschaffung. Geplant ist zudem eine Generalüberholung der Silbermann-Orgel in der Pfaffrodaer Dorfkirche. Das soll bis 2015 passieren, wenn das Instrument 300 Jahre alt wird.


