Schloss-Sanierung wird für Pfaffroda teurer und schwerer

Millionenschwere Bürde drückt die Stimmung im Rat auf den Tiefpunkt

Pfaffroda. Der Entwurf für ein Sanierungsgebiet in Pfaffroda mit dem Schwerpunkt Schloss bietet weiter viel Diskussionsstoff. Eine Besichtigung der riesigen und seit Jahren mit teuren Reparaturen belasteten Immobilie von einen Vertreter des sächsischen Innenministeriums ergab laut Bürgermeister Reiner Lippmann (CDU): Für die Sanierung des Schlosses könnten innerhalb von fünf Jahren rund 2,8 Millionen Euro Fördermittel fließen. Allerdings würde der Eigenanteil der Kommune neu rund 1,3 Millionen Euro, statt bisher 700.000 Euro betragen. Damit wären die Gemeinde Pfaffroda und ihre finanziellen Möglichkeiten erst recht um ein Vielfaches überfordert. "Dann müssten im Haushalt sämtliche Investitionen gestrichen werden", mahnt Kämmerin Gudrun Zenker.

Der Gemeinderat versucht erst einmal mit dem um 600.000 Euro höheren Eigenanteil klarzukommen, den das Förderprogramm für einen sozialen Stadtumbau abverlangt. Dadurch wird der Kommune die finanzielle Beteiligung an der Schloss-Sanierung erheblich erschwert. Den neuen Berechnungen und dem Kostenerstattungsbetrag von rund 4,1 Millionen Euro liegt ein 75-prozentiger Zuschuss zugrunde. Am Gesamtbedarf von 8,3 Millionen Euro für die Schloss-Sanierung ändert sich dagegen nichts.

Der um das Doppelte höhere Eigenanteil drückt im Gemeinderat die schon miese Stimmung noch mehr. Dietmar Ihle (Bürgerinitiative Dörnthal-Haselbach) hält die Summe für "etwas zu viel". 50.000 Euro pro Jahr sind seiner Meinung nach das Höchste, was die Gemeinde zurzeit leisten kann. Auch Bürgermeister Lippmann sieht es so. "Das ist unser Spielraum für Investitionen", sagt er. "Mehr geht nicht." Günter Lempe (Regionalbauernverband) sorgt sich, das Schloss könnte leergezogen werden: "Das hätte für uns drastische Auswirkungen. Die Sozialbetriebe sind in der Gemeinde einer der größten Arbeitgeber."

Die Sozialbetriebe Mittleres Erzgebirge, der Betreiber des Altenpflegeheimes auf Schloss Pfaffroda, ist von der Aussicht auf Fördermittel begeistert. "Wir freuen uns, dass es in Pfaffroda ein Sanierungsgebiet geben könnte", sagt Geschäftsführerin Margit Kretschmar. Die Sozialbetriebe suchen ihren Worten nach seit Jahren nach Fördermöglichkeiten, bisher jedoch ohne den durchschlagenden Erfolg.

 
erschienen am 17.05.2011 ( Von Wilfried Saworski )
 
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