Stadtrat besiegelt Abriss von einstiger Schule
Olbernhauer beschließen unpopuläre Maßnahme - Förderprogramm zur Revitalisierung von Brachen greift
Olbernhau. Olbernhau. Der Stadtrat von Olbernhau hat am Donnerstagabend das Schicksal der ehemaligen Mittelschule im Ortsteil Niederneuschönberg besiegelt. Eine Mehrheit der Räte stimmte für den Abriss des Gebäudes aus dem Jahr 1886. Dafür werden etwa 100.000 Euro veranschlagt. Zu 90 Prozent wird das Vorhaben aus dem Landesprogramm zur Revitalisierung von Brachen bezuschusst. "Das Gebäude soll noch dieses Jahr abgerissen werden", sagte Olbernhaus Bauamtsleiter Stefan Proksch am Freitag auf Anfrage.
Beim Tagesordnungspunkt Schule kochte einiges an Emotionen über. So bei Dieter Mühl von der gleichnamigen Elektro-Firma. "Das Haus ist nicht in dem Zustand, dass es abgerissen werden muss", warf er ins Feld. Diese Meinung vertrat auch FDP-Stadtrat Wolfgang Polster. Er kritisierte: "Das Ortszentrum von Niederneuschönberg wird leergeräumt." Zuvor hatte Bürgermeister Steffen Laub (CDU) die anstehende Abrissmaßnahme begründet: "Wir haben geprüft, ob für das Gebäude eine andere Nutzung möglich ist, aber keine Lösung gefunden." Der Förderantrag sei genehmigt worden. Der Stadtrat stehe nun vor der Entscheidung, die Fördermittel in Anspruch zu nehmen und die Schule abzureißen oder sie so stehen zu lassen. "Fehlende Kinder", nannte Steffen Laub als Ursache dafür, das Gebäude abreißen zu müssen. Und außerdem: Die Immobilie passt in kein Förderprogramm.
CDU-Stadtrat Dieter Leistner äußerte Verständnis dafür, dass die Niederneuschönberger das Schulhaus gern behalten wollen. Er stellte aber fest: Eine Schule wird nie wieder daraus, weil nicht genügend Kinder da sind. Trotz der Diskussion des Problems mit Vertretern des Ortsvereins, des Sportvereins, der Feuerwehr und mit Senioren konnte "keine vernünftige Lösung gefunden" werden. "Zur Sanierung des Gebäudes werden erhebliche Mittel gebraucht, die aber weder die Stadt noch der Ortsverein aufbringen kann", stellte er fest. Dieter Leistner brachte eine Ergänzung zum Beschluss ein und durch. Demnach wird Bürgermeister Steffen Laub beauftragt, sich nach dem Abriss darum zu kümmern, dass die frei gewordene Fläche "angemessenen gestaltet wird". Die Maßnahme soll in Niederneuschönberg mehr Verständnis für den Abriss wecken.
Der Ortsverein wollte das Gebäude vorm Bagger retten. Die Ortsfeuerwehr verfolgte die Idee von einer Außenstelle der Landesfeuerwehrschule. Beiden bleibt ein Erfolg versagt. Die Abriss-Planung wurde an das Ingenieur-Büro Drechsel vergeben.


