Schweißer Jens Harzer (links) und Rohrleger Mario Schill vom Rohrleitungsbau Alt-Chemnitz demontieren derzeit in 18 Metern Tiefe im Schacht M der Talsperre Neunzehnhain I alte Armaturen. Zum Ende der Bauarbeiten wird die Abgabeleitung neu eingebaut.
Foto: Kristian Hahn
Talsperre läuft erst im Frühjahr wieder voll
Sanierungsarbeiten an der Stauanlage Neunzehnhain I dauern länger als geplant - Über eine Million Euro bereits verbaut
Lengefeld.
Lengefeld. Erst mit der Schneeschmelze im kommenden Frühjahr soll die gegenwärtig leere Trinkwassertalsperre Neunzehnhain I im Bornwald wieder volllaufen.
Noch im Februar war versichert worden, dass "auf alle Fälle 2010" das Staubecken nach umfangreichen Sanierungsarbeiten wieder vollständig gefüllt sein wird. Dass es nun doch länger dauert, begründet Sandra Kundel, Sprecherin der Landestalsperrenverwaltung in Pirna, mit dem Alter der Stauanlage, die über 100 Jahre ununterbrochen in Betrieb war. Dadurch sei der Zustand der Bausubstanz nur schlecht einschätzbar gewesen.
Seit Juni 2009 wird die mit einem Stauraum von 540.000 Kubikmetern vergleichsweise kleine Talsperre für rund zwei Millionen Euro saniert. Dafür war im Mai des vergangenen Jahres das aus dem Lautenbach angestaute Wasser aus dem Stausee, der zwischen Wünschendorf, Lengefeld, Börnichen und Krumhermersdorf liegt, abgelassen worden.
Aufgrund des Verbundsystems mit drei weiteren Talsperren im mittleren Erzgebirge seien laut Sandra Kundel während des Baus weder die Trinkwasserversorgung noch der Hochwasserschutz gefährdet. Gut die Hälfte der geplanten Investitionssumme für die Sanierung der Talsperre Neunzehnhain I sind bereits verbaut worden.
"Das neue Schieberhaus, in dem die Wasserabgabe reguliert wird, ist fertig", sagt Sandra Kundel. Auch die Rohrleitungen, die das Wasser aus dem Becken über Schieber an den Flussunterlauf abgeben werden, sind bereits montiert. Am Beginn dieser Überleitung, über das künftig das Wasser der Talsperre Neunzehnhain 1 im freien Gefälle auf einer 13 Kilometer langen Strecke wieder in die Talsperre Einsiedel fließen kann, wird noch gearbeitet.
Zudem werde im Sommer das Schachtbauwerk für die Leitung saniert. Derzeit laufen die Ausschreibungen für die Anlagen für die Elektrische Mess-, Steuer- und Regeltechnik. Sie sollen ab Herbst 2010 eingebaut werden. Das gesamte System der Steuerungs- und Regeltechnik sei ab Herbst 2011 voll funktionsfähig. Damit können mit neuster Technik alle Bewegungen der Staumauer kontrolliert sowie der Sohlwasserdruck und alle Temperatureinflüsse überwacht werden. Mittels einer Schaltanlage im neu gebauten Betriebshaus soll dann die Wasserabgabe gesteuert werden.
Allerdings könne die 150 Meter lange und auf der Krone vier Meter breite Bruchsteinmauer erst nach 2017 vollständig abgedichtet werden. Derzeit fehlten dafür im Freistaat die Mittel. Um die Standsicherung des über 100 Jahre alten Bauwerkes, das unter Denkmalschutz steht, bis dahin zu gewährleisten, soll ab 2011 der Stauspiegel vorerst etwa einen halben Meter niedriger gehalten werden. Aufgrund ungeklärter Besitzverhältnisse konnte das Bauwerk in den vergangenen zwei Jahrzehnten nicht saniert worden.


