Verwaltungsgemeinschaft soll in Einheitsgemeinde übergehen

Gemeinderat von Seiffen hat beschlossen, Gespräche mit Deutschneudorf und Heidersdorf in die Wege zu leiten

Seiffen. Aus Seiffen, Deutschneudorf und Heidersdorf soll eine Einheitsgemeinde entstehen. Per einstimmigen Beschluss hat der Gemeinderat am Montagabend die 1. Bürgermeisterstellvertreterin Gerlinde Einbock (Fraktion FDP) und den Ältestenrat beauftragt, Gespräche mit den zwei Nachbarkommunen in die Wege zu leiten. Von dort wurde signalisiert, dass erst über die Einheitsgemeinde geredet wird, wenn Seiffen seine Schulden los ist.

"Der Beschluss über die Gespräche mit Deutschneudorf und Heidersdorf soll die Situation von Seiffen klären helfen, besonders die Entschuldung", sagt Gerlinde Einbock. "Seiffen steckt seit elf Jahren in der Haushaltskonsolidierung, da muss eine Lösung gefunden werden." Die Treffen soll es voraussichtlich erst im neuen Jahr geben.

Die Einheitsgemeinde wird von Gemeinderäten nach dem mehrheitlichen Nein der Seiffener zum Zusammenschluss mit Neuhausen als einzige verbliebene Alternative angesehen, damit das Spielzeugdorf in absehbarer Zeit nicht mehr mit der rund 6,5 Millionen Euro schweren Fördermittelrückforderung belastet wird. "Aus der gegenwärtigen Situation führt kein anderer Weg heraus, als auf die Versprechen vor dem Bürgerentscheid einzugehen", meint Hans-Joachim Gruve (Fraktion Die Linke). "Wir wollen, dass Seiffen entschuldet wird und seine Existenzberechtigung behält."

Mario Tischendorf (Fraktion CDU) wird beim Thema Wahlversprechen noch deutlicher. "Der FDP-Ortsverband muss sich nun daran messen lassen, besonders was die Schulden betrifft", sagt er. "Wir werden genau hinschauen, ob das alles auch eintritt." Er ist enttäuscht darüber, dass die Liberalen wegen der Einheitsgemeinde bisher nicht mit den Gemeinderäten von Deutschneudorf und Heidersdorf gesprochen haben. "Mit Neuhausen war das anders", ergänzt er. "Wir wussten, was die Neuhausener wollten, und die Neuhausener wussten, was wir wollten." Jens Emmerich (Fraktion Wählervereinigung Feuerwehr) hofft, dass "die FDP Wort halten kann" und "Seiffen seine Schulden verliert".

Yvonne Reichelt (Fraktion FDP) sieht den Gemeinderatsbeschluss im Ergebnis des Bürgerentscheides als "richtigen Weg", um die Einheitsgemeinde zu bilden. "Das wird von der Mehrheit der Seiffener Bürger erwartet", wertet sie. "Jetzt muss es konstruktive Gespräche geben, damit Seiffen, Deutschneudorf und Heidersdorf auch wirklich zusammenkommen."

Deutschneudorfs Bürgermeister Heinz-Peter Haustein geht beim Thema Einheitsgemeinde nicht von seiner Meinung ab: "Erst muss die Fördermittelrückzahlung vom Tisch sein, dann können wir über den Zusammenschluss reden", sagte er am Dienstag auf Nachfrage. Heidersdorfs Bürgermeister Dieter Lippmann (parteilos) wollte sich zum Seiffener Gemeinderatsbeschluss erst einmal nicht äußern.

 
erschienen am 29.11.2011 ( Von Wilfried Saworski )
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