Zwei Feuerwehrleute bekämpfen von einer Drehleiter aus den Brand einer Doppelhaushälfte in Grünhain-Beierfeld. Mit langen Reißhaken versuchen sie, das Dach zu durchbrechen. Zwei Feuerwehrleute bekämpfen von einer Drehleiter aus den Brand einer Doppelhaushälfte in Grünhain-Beierfeld. Mit langen Reißhaken versuchen sie, das Dach zu durchbrechen.

Foto: Lars Rosenkranz

Mann taut Wasserleitung auf - Feuer!

63-Jähriger Grünhainer verursacht Dachstuhl-Brand

Grünhain-Beierfeld. Es ist ein riskantes Unterfangen. Zwei Feuerwehrmänner stehen auf der ausgefahrenen Drehleiter und versuchen mit langen Reißhaken, Teile des Daches aufzubrechen, um die leicht entzündbare Dämmung so schnell wie es geht zu entfernen und besser an die tückischen Glutnester heranzukommen. Direkt unter ihnen im Inneren der Doppelhaushälfte, nicht einmal ein paar Meter entfernt, haben sich weitere Helfer postiert. Sie bekämpfen aus dem Dachgeschoss heraus das Feuer und die Rauchschwaden.

Der Brand war am Freitag kurz vor Mittag in einem Haus an der Zwönitzer Straße in Grünhain-Beierfeld ausgebrochen. Ursache war womöglich die Leichtsinnigkeit eines 63-jährigen Hausbewohners. Der Mann wollte im Dachgeschoss der Doppelhaushälfte eine eingefrorene Wasserleitung auftauen. Dazu benutzte er eine Heißluftpistole. "Wir gehen nach dem gegenwärtigen Ermittlungsstand davon aus, dass es dabei zu dem Brand kam", so der Sprecher der zuständigen Polizeidirektion Südwestsachsen in Zwickau, Jan Meinel. Heißluftpistolen können eine Temperatur bis zu 1000 Grad Celsius erzeugen. Werden sie zu lange und zu nah an ein bestimmtes Material herangehalten, kann es zu einem Brandausbruch kommen.

Zuerst soll der Mann versucht haben, das Feuer auf eigene Faust zu löschen. Als er merkte, dass sich die Flammen zu schnell ausbreiteten und er machtlos war, konnte er zum Glück rechtzeitig das Haus verlassen und die Feuerwehr alarmieren. Allerdings musste er leicht verletzt mit Verdacht auf eine Rauchgasvergiftung in ein Krankenhaus eingeliefert werden.

Die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehren Grünhain, Beierfeld, Schwarzenberg und Waschleithe rückten binnen kürzester Zeit mit 38 Leuten und neun Fahrzeugen an. Die ersten waren nach sechs Minuten da. Mit Atemschutzmasken und Schläuchen drangen einige von ihnen direkt in das Obergeschoss vor. Jede Sekunde zählte. "Wir mussten verhindern, dass sich das Feuer auf die zweite Doppelhaushälfte ausbreitet", berichtete Einsatzleiter Matthias Müller nach den Löscharbeiten. Unter den Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Beierfeld, die unmittelbar nach der Alarmierung in das Haus zum Brandherd in das Obergeschoss eindrangen, war auch Mandy Schmuck. Mit Claudia Groß, am Freitag ebenfalls mit im Einsatz, gehört sie zu den Feuerwehr-Frauen im Ort. "Wir haben so schnell es ging die Dämmung aus dem Dach gerissen, sodass wir ein Ausbreiten des Feuers verhindern konnten", schilderte Mandy Schmuck.

Von außen schien sich der Schaden am Haus in Grenzen zu halten. Doch es ist unbewohnbar. Die Schäden durch Flammen, Qualm und Wasser werden laut Polizei auf mehrere 10.000 Euro geschätzt.

 
erschienen am 03.02.2012 ( Von Erik Kiwitter )
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