Vorschulgruppe der Kindertagesstätte "Naseweis" Neuwürschnitz auf und vor dem Förder(spiel)turm der Einrichtung Die Vorschulgruppe der Kindertagesstätte "Naseweis" Neuwürschnitz auf und vor dem Förder(spiel)turm der Einrichtung. Wie dieser sollen auch die Spielelemente des geplanten Museumsspielplatzes nach Ideen der Kinder entstehen.

Foto: Andreas Tannert

Oelsnitz/Neuwürschnitz: Spielplatz soll Bergbau nahebringen

Kinder sollen spielerisch an die Tradition der Region herangeführt werden

Oelsnitz/Neuwürschnitz. Am Bergbaumuseum Oelsnitz wird ein Spielplatz entstehen, der Kinder auf spielerische Weise in die Bergbautradition der Region einführt. Wie Museumspädagogin Marion Dittmann sagt, soll der Spielplatz gleich mehrere Aufgaben erfüllen: den Kindern die Möglichkeit zur themenbezogenen Beschäftigung geben, aber für Familien auch ein Grund sein, sich länger im Museum aufzuhalten. Zudem soll der Spielplatz in die museumspädagogischen Angebote eingebunden werden. Und schließlich: "So ein Hingucker fürs Außengelände fehlt bisher." Der Spielplatz wird in Etappen entstehen, wenn alles planmäßig läuft, könnte das Element Förderturm zum Kindertag 2013 eingeweiht werden, sagt Museumsleiter Jan Färber.

Nutzer in spe liefern Ideen

Die zukünftigen Nutzer sind in die Vorbereitung integriert, denn die Vorschulgruppe der Neuwürschnitzer Awo-Kindertagesstätte "Naseweis" darf ihre Ideen einbringen. In der Kita steht bereits ein Spielgerät in der Form eines Förderturms. Der wurde 2010 eingeweiht und entstand unter Mitwirkung der damaligen Vorschulkinder. "Wir hatten keinen Spielplatz", erklärt Stephanie Kluge, seit 2009 pädagogische Leiterin der Kita, und so wurde über passende Spielelemente nachgedacht. "Es sollte einer sein, der zu uns passt. Und die Kinder sollen in die Tradition der Region hineinwachsen", erklärt sie, wie man auf den Spielplatz mit Förderturm kam.

Vor drei Jahren sei im Zusammenhang mit der Schulvorbereitung die Idee entstanden, die Schulanfängergruppe mit sogenannten Forschertagebüchern auf einem bestimmten Gebiet kreativ werden zu lassen. Sie lösen Aufgaben, fotografieren, machen erste Schreibübungen und bringen ihre Ideen als Bilder zu Papier. Vor zwei Jahren stand erstmals der Förderturm als Thema in den Forschertagebüchern.

Modelle fürs Museum

Dieses Jahr wird sozusagen im Auftrag des Bergbaumuseums geforscht. Denn nun sind die jetzigen Vorschulkinder in die Vorbereitung und Gestaltung des dortigen Spielplatzprojektes integriert. Sie haben Modelle gebaut, die ab kommender Woche im Museum zu sehen sein werden. Marion Dittmann: "Die Modelle sind durchaus eine Anregung. Da sind Ideen dabei, auf die Erwachsene gar nicht kommen."

Anfang des Jahres besuchten die Kinder das Bergbaumuseum, besichtigten Turm, Halde und Untertagebereich. Im April folgte eine Exkursion nach Leipzig, wo es in einer Kita schon eine Art Bergbauspielplatz gibt. Das Erlebnis ist nachhaltig. Die kleine Hellin erinnert sich sofort, dass "man in den Bergbau reingehen konnte", und Leonie findet den Aufzug am dortigen Förderturm toll. Einen Untertagebereich stellt sich Museumschef Jan Färber auch für den Museums-Spielplatz vor: "Wir wollen den Kindern die Enge deutlich machen."

Entstehen soll der Spielplatz auf dem ehemaligen Verwaltungsparkplatz. Die brachliegende Fläche werde komplett umgestaltet. Eine Ausschreibung für die Spielgeräte hat stattgefunden, ein Holzgestalter aus Bernsgrün soll die Ideen umsetzen. Sowohl Preis als auch Finanzierung stünden aber noch nicht fest, darum sei die Realisierung auch in Etappen vorgesehen. Den Grundstock der Finanzierung werden die 10.000 Euro einer Sparkassenspende an den Förderverein aus dem Jahr 2009 bilden, erklärt Färber. Als Erstes soll der Förderturm realisiert werden, aber die Ideen gehen bis hin zu einer Waschkaue, wo sich die Kinder umziehen können.

 
erschienen am 04.06.2012 ( Von Viola Gerhard )
© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
 
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