Emilian präsentiert das Straußenei, sein Bruder Pascal zeigt zum Vergleich ein Hühnerei.  
Emilian präsentiert das Straußenei, sein Bruder Pascal zeigt zum Vergleich ein Hühnerei.

Foto: Nils Bergauer

Das größte Osterei des Erzgebirges liegt in Beierfeld

Auf der Straußenfarm von Steffen Günther ist das erste Ei der Saison gelegt worden

Grünhain-Beierfeld. Der kleine Mann kann das große Ei kaum tragen: Emilian, drei Jahre alt, müht sich sichtlich mit dem fast zwei Kilogramm schweren Riesending. Es scheint, als könne es ihm jeden Moment aus den Händen gleiten. Das gebe dann, ausgerechnet an Ostern, den größten Eiersalat der Welt.

Emilians Großvater Steffen Günther sieht das nicht so verbissen. "Ein Straußenei ist stabiler als Sie denken", sagt der Hobby-Züchter aus Beierfeld. "Seine Schale ist zwei Millimeter dick. Die geht nicht so leicht kaputt." Wenn der 58-Jährige ein Straußen-Rührei machen will, muss er es mit einer Bohrmaschine anbohren. Etwa einen Zentimeter Durchmesser hat das Loch. "Da blase ich mit einem Strohhalm Luft hinein, damit die Füllung herausläuft." Von diesem Rührei wird eine ganze Gesellschaft satt. Ein Straußenei hat im Schnitt soviel Eiweiß und Dotter wie 30 Hühnereier.

Oder wie wäre es mit einem Monster-Spiegelei? "Auch das ist machbar", sagt Günther. "Aber dazu müssen Sie die Schale aufflexen." Den besten Beweis, wie stabil so ein Straußenei ist, hat seine Frau Steffi vor einem Jahr angetreten: Mit der Fräse aus ihrem Maniküre-Set gravierte sie damals "Frohe Ostern" in die Schale zweier Exemplare, die Emilian und sein großer Bruder Pascal dann im Garten suchen durften.

Das Ei, das die Brüder jetzt vor der Kamera präsentieren, wiegt 1750 Gramm. Es ist nicht das größte, das auf der Straußenfarm in Grünhain-Beierfeld je gelegt worden ist (der Rekord liegt bei 2100 Gramm), aber es ist trotzdem ein Besonderes. "Das erste der diesjährigen Brutsaison", sagt Günther. "Wegen der Kälte machen die Strauße erstmal Pause."

Nur von März bis Juni legen die Hennen. Brüten dürfen sie nicht. Der Züchter geht auf Nummer sicher und legt die Eier in den Brutkasten, denn die Reproduktionsrate ist gering: Nur jedes zweite Ei ist befruchtet. Und nur aus jedem dritten befruchteten Ei schlüpft ein Küken. Für drei oder vier kleine Strauße braucht es also 20 Rieseneier.

Kochen kann man so ein footballgroßes Ding übrigens auch. "Weil Leute uns das häufig fragten, haben wir es getestet", erzählt Steffen Günther. "Es dauert rund 90 Minuten. Und um das hart gekochte Ei dann aufzuschlagen, benötigen Sie einen Hammer."www.lombuni.de

 
erschienen am 06.04.2012 ( Von Mario Ulbrich )
© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
 
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