Haus Silberbogen Das neue Haus Silberbogen steht als Rohbau im Gelände. Über die Zukunft des Gebäudes ist noch nicht entschieden worden.

Foto: Lars Rosenkranz

Diakonie bereitet Ende von Haus Silberbogen vor

In Eibenstock entsteht eine neue Wohngruppe für Behinderte

Johanngeorgenstadt/Eibenstock. Auf dem Gelände der ehemaligen Kinderklinik in Eibenstock baut das Diakonische Werk Aue-Schwarzenberg im nächsten Jahr ein nagelneues Gebäude: Eine Außenwohngruppe für Menschen mit Behinderung. Im Erdgeschoss bekommen acht Männer und Frauen jeweils ihr eigenes Zimmer. Dazu gibt es Gemeinschaftsräume. Im Obergeschoss entstehen fünf betreute Wohnungen. Die Diakonie investiert dafür 750.000 Euro.

Mit jedem Tag, den das neue Gebäude aus dem Boden wächst, kommt aber auch der Tag näher, an dem das Behindertenwohnheim Haus Silberbogen in Johanngeorgenstadt geschlossen wird. Die Diakonie hat dafür ein Umzugskarussell vorbereitet: "Durch den Bau der Wohngruppe wird in unserem Erwachsenenheim in Eibenstock Platz frei. Dort ziehen Kinder aus unserem Eibenstocker Kinderheim ein, die nun alt genug sind", erläutert Andreas Keller, der für die Behindertenheime der Diakonie zuständig ist. Die freiwerdenden Plätze im Kinderheim sollen die Kinder aus Johanngeorgenstadt belegen.

Kurfürst-Schule nicht in Gefahr

Das Ende von Haus Silberbogen ist beschlossene Sache. Im Dezember 2012 läuft die Betriebserlaubnis für den Altbau aus, in dem die Diakonie derzeit noch 18 Kinder und Jugendliche im Alter von 8 bis 21 betreut. Der Neubau, den die Erzgebirgische Krankenhaus- und Hospitalgesellschaft (EKH) Schwarzenberg begonnen hatte, wird nicht als Behindertenheim fertig gestellt. Er ist ein Opfer der Querelen um angebliche Übergriffe ehemaliger Mitarbeiter gegen Heimbewohner geworden. Die EKH musste das Heim im Herbst 2009 abgeben. Die Vorwürfe sind juristisch noch nicht aufgearbeitet.

Mit dem Ende des EKH-Engagements im Haus Silberbogen sind in Johanngeorgenstadt 19 Arbeitsplätze für Erzieher verloren gegangen. Kommunalpolitiker befürchteten zudem, dass der Kurfürst-Johann-Georg-Förderschule die Schüler ausgehen könnten, sobald die behinderten Kinder nach Eibenstock umziehen. In dieser Hinsicht hat es inzwischen Entwarnung gegeben. "Diese Schule ist das Umfeld, an das sich die Kinder gewöhnt haben", sagt Jana Schönfelder, die Haus Silberbogen für die Diakonie leitet. "Wir sind nie auf den Gedanken gekommen, den Eltern zu empfehlen, ihre Kinder woandershin zu schicken. Sie werden auch nach dem Umzug weiter nach Johanngeorgenstadt zur Schule gehen." Grit Braun, die Vorsitzende des Fördervereins der Kurfürst-Schule, macht sich keine Sorgen: "Durch den Umzug ist unsere Schule nicht in Gefahr."

Streit um Investruine

Offen ist, ob der Rohbau des neuen Hauses Silberbogen abgerissen wird. Derzeit streiten sich Landkreis und Hospitalgesellschaft, wer sich um die Investruine kümmern muss. "Falls sich Interessenten für eine sinnvolle Nutzung finden, werden wir nicht im Weg stehen", signalisiert Frank Reißmann, Leiter der Abteilung Soziales des Erzgebirgskreises.

 
erschienen am 21.10.2011 ( Von Mario Ulbrich )
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