Zoltán Miklós (rechts) aus Ungarn wird bei der Turck Duotec GmbH Beierfeld zum Elektroniker für Geräte und Systeme ausgebildet. Da er die deutsche Sprache sehr gut beherrscht, gibt es mit anderen Azubis wie Stefan Amelung (links) und Florian Schreiber keine Verständigungsprobleme. Zoltán Miklós (rechts) aus Ungarn wird bei der Turck Duotec GmbH Beierfeld zum Elektroniker für Geräte und Systeme ausgebildet. Da er die deutsche Sprache sehr gut beherrscht, gibt es mit anderen Azubis wie Stefan Amelung (links) und Florian Schreiber keine Verständigungsprobleme.

Foto: Katja Lippmann-Wagner

Ein Azubi aus Ungarn bereichert das Team bei Turck in Beierfeld

Die Beierfelder Spezialisten haben den 19-jährigen Zoltán Miklós gewinnen können

Grünhain-Beierfeld. Auch in diesem Jahr setzt die Turck Duotec GmbH in Beierfeld auf Ausbildung. 13 junge Leute haben bei den Elek-tronik-Spezialisten am Spiegelwald eine Lehre begonnen, darunter der 19-jährige Zoltán Miklós. Doch das ist ein Novum. Miklós ist einer der ersten Ungarn, die im Bereich der Industrie- und Handelskammer Chemnitz ausgebildet werden.

Der junge Mann kommt aus der Kleinstadt Bácsalmás im Süden des Landes. Zielstrebig geht er seinen Weg. "Ich habe ein deutsches Abitur gemacht", sagt Miklós. Das heißt: Der Unterricht in allen Fächern läuft auf Deutsch. Miklós: "Diese Sprache ist bei uns in Ungarn sehr wichtig. Wer deutsch spricht, hat Vorteile im Beruf." Der Ungar beherrscht die Sprache nahezu perfekt. Er absolvierte das Abitur mit Bravour, schaffte 97 Prozent aller erreichbaren Punkte. Er besuchte ein Internat, musste also schon als Heranwachsender sein Elternhaus verlassen. "Bácsalmás ist eher landwirtschaftlich, vor allem vom Maisanbau geprägt. Es gibt wenig Industrie", erzählt der Ungar.

Ausbildung vor Studium

Bei einer Lehrstellenbörse lernte Zoltán Miklós den Rektor der Berufsakademie Bautzen kennen. "Er hat das duale Studiensystem präsentiert, das ich sehr gut fand", erzählt der Ungar. Die Berufsakademie übermittelte eine Liste von Praxispartnern, auf der auch der erzgebirgische Betrieb stand. Zoltán Miklós schickte eine Bewerbung nach Beierfeld. Die Firma Turck lud den Bewerber ins Erzgebirge ein.

Innerhalb eines Tages lernte er das Unternehmen kennen, erfuhr mehr zu den Entwicklungsmöglichkeiten und ließ sich zu einer Ausbildung statt einem BA-Studium überreden. Denn bei Turck habe man die Erfahrung gemacht, dass es besser sei, vor einem Studium eine Lehre zum Elektroniker für Geräte und Systeme zu absolvieren. "Das Studium ist aber nicht vergessen", betont Zoltán Miklós. "Meine Pläne sehen vor, dass ich das nach der Ausbildung beginne." Darüber hinaus seien die Kontakte zu Turck und vor allem zu Ausbildungsleiter Andreas Grieger sehr viel versprechend gewesen. Beide verständigten sich per E-Mail, telefonierten hin und wieder, konferierten mittels Video.

Stolz auf den Sohnemann

Seine Recherchen vermittelten dem Ungarn den Eindruck, dass Turck Duotec auch im Bereich spezieller Entwicklungen nach Kundenansprüchen besonderes stark ist. Sehr stolz ist auch Vater István auf den Sohnemann. Er habe seinem Zoltán auch zugeredet und gesagt: "Probiere es einfach aus, wir werden sehen, was passiert." Seine Mutter Erzsébet hingehen sei etwas wehmütig beim Abschied gewesen.

Kein Wunder, denn zwischen Beierfeld und Bácsalmás liegen zirka 900 Kilometer. "Ich werde sicher erst zu Weihnachten wieder nach Hause fahren." Angst vor Heimweh hat Zoltán Miklós nicht. "Ich war ja schon im Internat und habe damit erste Erfahrungen, wie es ist, wenn man die Familie nicht täglich sieht." Hier hat er sich eine möblierte Wohnung in Schwarzenberg-Sonnenleithe zugelegt. Der Ungar spielte früher Handball. Wer weiß, vielleicht klopft er bald mal beim SV Beierfeld an.

 
erschienen am 07.08.2012 ( Von Katja Lippmann-Wagner )
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