Erste Mieter bekommen Schlüssel
Aus einem Plattenbau-Sechsgeschosser in Sonnenleithe wird Mehrgenerationenhaus
Schwarzenberg. Die Wohnungsgenossenschaft Schwarzenberg hat in den zurückliegenden Monaten zwei Etagen des Sechsgeschossers Am Fichtbusch 53 bis 59 in bester Wohnlage des Stadtteils Sonnenleithe abtragen und das Gebäude zum Mehrgenerationenhaus umbauen lassen. Jetzt ist es soweit: Nach und nach ziehen die Mieter ein.
Das Haus hat nun 32 altersgerechte statt vorher 48 Wohnungen: in den zwei oberen, per Aufzug zu erreichenden Etagen barrierearm, in den zwei unteren mit angepassten Grundrissen, die zum Beispiel Rollstuhlfahrern und Familien mit Kindern entgegen kommen. Mit dem Projekt trägt die Wohnungsgenossenschaft nicht nur zum Verwirklichen des Stadtentwicklungskonzepts bei, an dessen Erarbeitung sie beteiligt war und das neben Abriss eben auch Umbau und Neugestaltung vorsieht. Das Vorhaben liegt zudem voll im Trend: Die vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend ausgehende Initiative Mehrgenerationenhaus wird als ein Weg gehandelt, dem demografischen Wandel zu begegnen. Und der besteht nicht nur aus Bevölkerungsrückgang, sondern auch aus arbeitsbedingten Umzügen in andere Regionen. Da es die Drei- Generationen-Großfamilien künftig kaum noch geben wird, müssen Lösungen her, um die Generationenbeziehungen auch außerhalb der Familien neu zu gestalten.
Vorstandsvorsitzender Wolfgang Kastner sieht die Genossenschaft mit dem Mehrgenerationenhaus auf dem richtigen Weg. "Nachdem wir bei Aktionstagen Musterlösungen vorgestellt hatten, gab es sofort viele Interessenten. 30 Wohnungen sind vergeben." Abrunden wird das Ganze ein eingeschossiger Anbau, konzipiert als genossenschaftliche Begegnungsstätte, die auch der soziale und kulturelle Betreuung in der Sonnenleithe allgemein dienen soll. Voraussichtlich Ende Oktober wird der Bau als Bestandteil des Genossenschaftszentrums Am Fichtbusch - Gesamtkosten laut Kastner 1,8 Millionen Euro - eingeweiht.
Dem Abriss folgt Aufwertung
880 von einst 3116 Neubauwohnungen im Stadtteil Sonnenleithe gab es Ende 2007 nicht mehr. Die Wohnungsgesellschaft nahm durch Abriss 506 Quartiere vom Markt, die Genossenschaft 374. Nun zeigen beide Unternehmen, dass Stadtumbau auch Aufwertung heißt. Die Gesellschaft etwa baut den Sechsgeschosser Sachsenfelder Straße 29 bis 37 auf drei, teilweise zwei Stockwerke zurück, so dass er statt 47 noch 19 Wohnungen hat. Das Haus erhält Vollwärmeschutz, energiesparende Fenster, jede Wohnung einen Balkon.

