Steffen Kindt (r.), Leiter des Erzgebirgsensembles, ist seit diesem Mittwoch Botschafter des Erzgebirges. Bei einem Rundgang durch die Turck Beierfeld GmbH ließ er sich in die Geheimnisse der Elektronik einweihen.
Foto: Katja Lippmann-Wagner
Erzgebirge hat neue Botschafter
Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik und Kultur sollen für Region die Werbetrommel rühren
Grünhain-Beierfeld. Um das Amt des Erzgebirgs-Botschafters könne man sich nicht bewerben. Es sei eine Anerkennung für Mitmenschen, die sich um die Region verdient gemacht haben, sagte Landrat Frank Vogel beim 2. Botschaftertreffen, das am Mittwoch in der Turck Beierfeld GmbH über die Bühne ging.
Deshalb haben mit Albrecht Kohlsdorf (Mittleres Erzgebirge) und Jürgen Förster (Annaberg) zwei ehemalige Landräte die Auszeichnung erhalten. Auch Helmuth Albrecht, jener Professor der TU Bergakademie Freiberg, der an vorderster Front für den Welterbetitel eintritt, trägt nun den Titel. Aus Wirtschaftskreisen wurden vier neue Botschafter ernannt: Frank-Michael Engel, Inhaber der gleichnamigen Unternehmensgruppe, Katja Hillenbrand, Geschäftsführerin der Micas AG aus Oelsnitz, Michael Simon, geschäftsführender Gesellschafter der Zabag Anlagen-Technik GmbH aus Grünhainichen sowie Dirk Zimmermann, Geschäftsführer der AZ Industrietechnik GmbH aus Olbernhau. Mit Marco Wanderwitz und Günter Baumann erhielten zwei CDU-Bundestagsabgeordnete die Botschafterurkunde.
Ralf Linne, Oberstleutnant des Panzergrenadierbataillons 371 "Marienberger Jäger", war überrascht und erfreut zugleich. "Das ist viel Vertrauen, das man mir entgegenbringt", so Linne, der eigentlich in der Nähe von Marburg zuhause ist. Seit April 2010 ist er Teilzeit-Marienberger und hat die Region lieb gewonnen, wie er sagt. Aus dem Raum Aue-Schwarzenberg wurde Steffen Kindt, der geschäftsführende Gesellschafter des Erzgebirgsensembles Aue, Botschafter des Erzgebirges. Kindt sieht sich damit in seinem Bestreben, die Traditionen und Bräuche des Erzgebirges zeitgemäß auf die Bühne zu bringen und die Region dadurch bekannt zu machen, bestätigt. "Genau genommen bin ich ein musikalischer Botschafter, der das Brauchtum in alle Welt trägt."
Matthias Lißke, Projektsteuerer des Regionalmanagements, hofft, dass die Botschafter noch bewusster als bisher für das Erzgebirge auftreten. "Sie sollen für den Standort als sympathischen Lebensraum werben." Er ließ das zehnjährige Bestehen des Regionalmanagements Revue passieren. Es sei eine rastlose Zeit gewesen, meinte Lißke. Hauptaufgabe der Zukunft sei die Förderung der Zuwanderung, um den Fachkräftebedarf abzudecken.


