André Schmidt, Vorsitzender der BürgergemeinschaftFoto: Privat
Gefahrenstelle ist nun entschärft - Kritik an Bürgermeister bleibt
Tödlicher Unfall auf der B 101 hat Konsequenzen für mehr Sicherheit
Raschau-Markersbach. Die Mitglieder der Bürgergemeinschaft (BG) Raschau-Markersbach um André Schmidt sind sauer. Sauer auf ihren Bürgermeister, der sie ihrer Meinung nach bewusst ignoriert.
Dabei geht es um ein schwer wiegendes Sicherheitsproblem im Ort. Das sehen beide Seiten so. Zumindest jetzt, nachdem es Anfang September erneut einen schweren Unfall an der Ausfahrt der Bergstraße zur B 101 gegeben hat. Nur diesmal musste es ein junger Mann aus dem Ort mit seinen Leben bezahlen.
"Wir mahnen seit Monaten im Gemeinderat, dass genau an dieser Stelle eine andere Verkehrsführung her muss. Schließlich haben sich dort schon mehrere Unfälle ereignet. Aber bislang wurden unsere warnenden Anfragen und Hinweise vom Bürgermeister immer mit der Aussage abgetan, dass die Ausfahrt hinreichend beschildert sei, und sich jeder Verkehrsteilnehmer nur an die StVO halten müsse", kritisiert André Schmidt und belegt diesen Wortwechsel mit einem Protokoll der Sitzung vom 26. Mai 2011.
"Ich habe mich schon oft mit den Anwohnern der Bergstraße unterhalten, von denen die meisten die obere Ausfahrt bewusst meiden, weil sie ihnen zu gefährlich erscheint", so Schmidt weiter. Der Unfall mit tödlichem Ausgang sei für die BG erneuter Anlass gewesen, die Initiative zu ergreifen. Deshalb habe man sich nun selbst um einen Vor-Ort-Termin mit den Entscheidungsträgern bei Polizei und Landratsamt gekümmert. Dieser habe am 29. September stattgefunden. Auch das Ordnungsamt der Gemeinde hatte man dazu eingeladen. "Doch von der Gemeinde kam keiner", berichtet Schmidt über das Treffen. Bei diesem habe er zudem durch einen Zufall erfahren müssen, dass der Bürgermeister bereits zwei Tage zuvor mit Behördenvertretern eine solche Ortsbesichtigung durchgeführt habe. "Warum hat er uns darüber nicht informiert?", fragen sich die Mitglieder der BG nun und werten dies als ein "bewusste Übergehen". "Plötzlich, und vielleicht auch, weil ein Mitarbeiter des städtischen Bauhofs in den Unfall verstrickt ist, wird der Bürgermeister aktiv", ärgern sich die Bürgervertreter. "Warum hat er uns über die anberaumte Verkehrsschau nicht informiert und gleich mit dazu geholt? Wir waren es doch, die stets gemahnt haben. Er muss ja nicht mal zugeben, dass wir recht hatten mit unseren Hinweisen, dass wurde ja jetzt in trauriger Form leider offenkundig", so Schmidt.
Auf die Frage an den Ortschef, warum die Vertreter der BG nicht einbezogen wurden, sagt Manfred Meyer (CDU): "Ich habe mich nach dem Unfall sofort an die zuständigen Behörden gewandt. Den konkreten Termin hatte die Kreisunfallkommission vorgeschlagen."
Im Ergebnis der Verkehrsschau soll die Ausfahrt aus der Bergstraße auf die B 101 künftig untersagt werden. Die Bergstraße werde als Einbahnstraße von oben und von unten als Sackgasse ausgewiesen.


