Bild des Jammers: Das als Eiskeller bekannte Objekt in Schwarzenberg. Eine Absperrung soll Passanten davon abhalten, dem maroden Kasten, der bereits große Risse im Mauerwerk zeigt, zu nahe zu kommen. Den auf den Keller aufgesetzten Gebäudekomplex hatte in DDR-Zeiten unter anderem eine Textilreinigung genutzt.
Foto: Lars Rosenkranz
Gibt's neue Ideen für den alten Eiskeller?
Denkmalgeschütztes Haus Alte Schneeberger Straße soll eine Zukunft haben
Schwarzenberg. Immer zum Tag des offenen Denkmals haben Interessenten einen Blick in den Eiskeller an der Alten Schneeberger Straße in Schwarzenberg werfen können. Das ist vorbei, seit 2008 schon. Die Baupolizei sperrte den Keller - aus Sicherheitsgründen. Inzwischen ist der ganze Bereich zur Straße hin eingezäunt, einer der Zugänge zur "Unterwelt" ist provisorisch abgestützt. Was soll werden aus dem Eiskeller?
Diese Frage beschäftigt natürlich auch den Eigentümer, Johann Janssen aus Aurich. Als der Niedersachse den Komplex 1994 erwarb, hatte er Vorstellungen, was daraus werden könnte. 1995 richtete er im Gebäude auf dem Eiskeller einen Weltladen ein, den der gemeinnützige Verein Namasté betrieb. "Nach 15 verlustreichen Jahren musste der Verkauf eingestellt werden, weil die Nebenkosten höher waren als der Umsatz", räumt Janssen heute ein. Der bauliche Zustand der Gesamtanlage ist inzwischen sehr bedenklich. Janssen: "Die Zukunft des Hauses hängt von einer sinnvollen Nutzung ab. Anders ist ein denkmalgeschütztes Objekt nicht zu erhalten. Ich richte jetzt einen Appell an die Schwarzenberger Bevölkerung und an die Unternehmer, hier tätig zu werden."
Vorschlag: Haus der Geschichte
Als eine Möglichkeit bringt der Eigentümer die Gründung eines Vereins "Haus der Geschichte" ins Spiel. "Dort könnte die Historie des Hauses und der Stadt mit ihrer Umgebung dargestellt werden. Aber auch alteingesessene Firmen könnten ihre Geschichte darstellen", so Janssen. Wenn viele Einwohner und Unternehmer mitmachen würden, hätte das Haus seiner Meinung nach eine Zukunft. Die Räume des früheren Weltladens haben eine Größe von etwa 120 Quadratmetern plus Treppenhaus, was Platz für Ausstellungen bieten würde. "Der Dachboden wäre nach einer Sanierung ebenfalls für Ausstellungen nutzbar", meint der Niedersachse, der ganz besonders auf die Dachkonstruktion hinweist. "Die Tragkonstruktion wird durch einen interessanten, liegenden Kehlbalkendachstuhl gebildet. Die Horizontalkräfte an den Fußpunkten der Kehlbalkenbinder werden über die Holzbalken der Decke abgeleitet", weiß er von Experten.
Warum sich Johann Janssen jetzt an die Öffentlichkeit wendet, hat nicht nur mit dem maroden Zustand des Eiskeller-Komplexes zu tun, der bei heimatverbundenen Einwohnern Schwarzenbergs schon lange Fragen aufwirft. "Aus gesundheitlichen Gründen kann ich mich nicht weiter um das Objekt kümmern. Deshalb biete ich es einem gemeinnützigen Verein zur kostenlosen Nutzung beziehungsweise zur Übernahme an."
Stadt hilft bei Fördermittelantrag
Der jetzige Eigentümer geht davon aus, dass sich auch die Stadt Schwarzenberg für den Erhalt des Objektes stark macht, wenn es ein einheimischer gemeinnütziger Verein übernimmt. "Wir haben Herrn Janssen mehrfach Hilfe angeboten, wenn es um das Beantragen von Fördermitteln geht", sagt Oberbürgermeisterin Heidrun Hiemer. "Das würden wir auch bei einem neuen Eigentümer tun. Aber die Zeit drängt, die Bausubstanz ist an vielen Stellen sehr stark in Mitleidenschaft gezogen." Und man dürfe auch nicht verschweigen, so Hiemer, dass trotz Förderung Eigenmittel nötig sind.
Erste Kontaktaufnahme mit dem jetzigen Eigentümer des Eiskellers ist per E-Mail an fair-market.GmbH@web.de möglich.


