An der Raschauer Straße in Grünhain-Beierfeld wurde eine Kleintransporterladung Müll abgekippt.
Foto: Mario Ulbrich
Grünhain-Beierfeld: Heiße Spur aus dem Müllsack
Wiederholt wurde in einem Wald illegal Müll entsorgt - Anlieger haben auf eigene Faust ermittelt
Grünhain-Beierfeld. Es ist nicht angenehm, in den Abfällen anderer Leute zu wühlen. Drei Männer aus der Wochenendsiedlung "Am Hirschfelsen" haben es trotzdem getan, in der Hoffnung, denjenigen zu finden, der ihnen letzte Woche einen Kleintransporter voll Müll sozusagen vor die Haustüre gekippt hat.
Gert Breitfeld, Thomas Birnbaum und Bernd Fehst besitzen Grundstücke in der Siedlung, die im Volksmund "die Bodenreform" genannt wird. Die Raschauer Straße mit ihren abzweigenden Feld- und Waldwegen ist die Zufahrt zur Siedlung. Aber auch andere Leute nutzen die Wege. "In letzter Zeit wird hier immer wieder mal illegal Müll abgeladen", berichtet Gert Breitfeld. Die bislang größte Fuhre kam am Dienstagabend an: Sperrmüll vom verschlissenen Sessel bis zum Kühlschrank, ein Computermonitor, Autoreifen, ein alter Kindersitz und mehrere prall gefüllte blaue Plastikmüllsäcke. "Es so viel, dass man dafür einen Kleintransporter benötigt hat", meint Thomas Birnbaum. "Auf einen normalen Autoanhänger hätte das nicht alles draufgepasst."
Den Tatzeitraum konnten die Anwohner schnell eingrenzen. "Am Dienstagabend bin ich 19 Uhr an dieser Stelle im Wald vorbeigefahren. Da war noch alles sauber", sagt Birnbaum. Als ich zwei Stunden später zurückkam, lag der Müll dort."
Im Krimi finden Ermittler manchmal Beweise im Abfall eines Verdächtigen. Die drei Männer nahmen sich das zum Vorbild und schlitzten einen der Säcke auf. "Es war eklig", sagt Gert Breitfeld. "Zum Glück mussten wir nicht lange wühlen." Sie entdeckten eine Spur, die nach Schwarzenberg führt, in die Erzstraße. Wohnt dort der Umweltsünder? "Das müssen die Behörden entscheiden", sagen die Anwohner. Bernd Fehst hat Anzeige bei der Polizei erstattet, Thomas Birnbaum hat den für dieses Waldstück zuständigen Revierförster vom Staatsbetrieb Sachsenforst verständigt, und Gert Breitfeld den Müllhaufen beim Ordnungsamt der Stadt Grünhain-Beierfeld gemeldet. Die Polizei bestätigte, dass sie wegen Verstoßes gegen das Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz ermittelt. Dem Verursacher droht ein Bußgeld, sollte er ausfindig gemacht werden. Das Beweisstück aus dem Müllsack wurde ebenfalls den Behörden übergeben.
"Wir hoffen, sie kriegen ihn", sagt Gert Breitfeld. "Wir wollen aus dieser Sache einen Präzedenzfall machen. Auf alle Fälle werden wir Anwohner hier auch weiterhin sehr genau aufpassen."

