Klinik, Pflegeheime, Pflegedienste und Ärzte wollen künftig noch intensiver zusammenarbeiten, um für ältere Menschen, wie Elly Kunze, die im Awo-Wohnheim Breitenbrunn lebt, eine optimale Rundumversorgung zu sichern.
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Kliniken bauen Geriatriezentrum auf
Erlabrunn setzt neues Konzept um
Erlabrunn/Breitenbrunn/Aue. Die Zahl der älteren, pflegebedürftigen Menschen nimmt in den nächsten Jahren weiter zu. Um dieser Tatsache besser gerecht zu werden, bedarf es Vordenkern und Vorreitern. Dazu zählen sich die Kliniken Erlabrunn. Bereits seit 1995 hat das Haus den Auf- und Ausbau der Geriatrie (Altersheilkunde) forciert. Jetzt geht man noch einen Schritt weiter und will für Westsachsen eine flächendeckende, altersgerechte Vollversorgung etablieren.
Absage als Ansporn
Auf Grundlage der langjährigen Erfahrung auf dem Gebiet der Geriatrie und Frührehabilitation hatte sich die Einrichtung 2010 um eine Teilnahme am Projekt "Modellregion für die geriatrische Versorgung in Sachsen" beworben. Doch das Sächsische Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz hatte den Erlabrunnern im November eine Absage erteilt, aber ihnen zugleich eine "herausragende Qualität ihrer Bewerbung" bescheinigt. Das veranlasste den Geschäftsführer der Kliniken, Josef Wieder, zu der Entscheidung, das Konzept für ein "Geriatriezentrum Erzgebirge Erlabrunn" (GZEE) dennoch und aus eigener Kraft umzusetzen. Der Begründung aus Dresden, "es bestünde kein Bedarf", könne weder er noch die anderen Projektpartner folgen.
Alle personellen und strukturellen Voraussetzungen seien gegeben, sowohl intern als auch extern. Was nichts anderes bedeutet, als dass die Kliniken schon heute auf eine bewährte Kooperationen mit Partnern in der Pflege bauen könne. Das mündete nun in einer konkreten Kooperationsvereinbarung mit der Arbeiterwohlfahrt (Awo) und dem Diakonischen Werk Aue-Schwarzenberg, die seit Jahren als Träger stationärer und ambulanter Pflegeeinrichtungen fungieren. Das gemeinsam formulierte Ziel sei, vor dem Hintergrund der gesellschaftlichen Entwicklung: In einer strukturell benachteiligten Region auf lange Sicht eine flächendeckende medizinische Versorgung für alte Menschen zu gewährleisten. Allumfassend, bis hin zum Hospiz.
Hand-in-Hand arbeiten
Man wolle noch viel stärker als bislang Hand-in-Hand arbeiten zum Wohle der alten Menschen, gerade was den Übergang von der Klinik zurück ins häusliche Milieu oder ins Heim angeht. "Auf diese Weise lassen sich sicher auch vorschnelle und für den Patienten unangenehme Wiedereinweisungen vermeiden", betont Katrin Scherf, Chefärztin der Geriatrie-Klinik. "Es geht immer um die ganzheitliche Betrachtung eines Patienten und nicht nur darum, Symptome zu lindern, sondern ihm ein möglichst langes und selbstbestimmtes Leben im eigenen häuslichen Umfeld zu ermöglichen. Doch dazu müssen viele Rädchen ineinandergreifen", so Scherf.
"Das Ganze empfinden wir auch als eine Wertschätzung unserer Arbeit", hebt Dagmar Merten, Leiterin des Awo-Seniorenwohnheims ins Breitenbrunn, hervor. Und sie verweist auf Brückenschwester Heike Theilemann, die bereits seit mehr als 13 Jahren ein Fundament gelegt habe. Für Steffi Mothes, Pflegedienstleiterin des Altenheims in Aue, ist ein reibungsloser Übergang von der Klinik ins Heim wichtig. Eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe, ein vertrautes Miteinander.
An den Kliniken Erlabrunn wird im Februar zudem eine neue Tagesklinik mit zehn Betten eröffnet, die ambulante Therapien ermöglicht. Und auch die Kooperation bleibe nicht auf die bislang integrierten Partner beschränkt. Anfang Mai gebe es ein erstes Kooperationstreffen für weitere interessierte Mitstreiter.


