Dietrich Geitner vom Anglerverband Schwarzenberg beobachtet das Eis-Wachstum im Oswaldbach in Wildenau regelmäßig. Allein in der Nacht von Montag auf Dienstag stieg die Eisschicht um zirka 15 Zentimeter.
Foto: Lars Rosenkranz
Klirrende Kälte lässt Bäche gefrieren
Auf den Fließgewässern des Altkreises wachsen die Eisplatten
Aue-Schwarzenberg. Die Eis-Barriere am Floßgraben in Aue ist beseitigt, das Wasser kann wieder normal fließen, die Überflutungsgefahr ist - zumindest vorerst - gebannt. "Der Gutshof ist allerdings nach wie vor vereist", sagte am Mittwoch Aues Pressesprecherin Jana Hecker. Andere kleinere Gewässer wie der Lößnitzbach oder der Rumpelsbach werden zurzeit mit Argusaugen überwacht.
Die frostigen Temperaturen der vergangenen Tage haben an einigen Bächen im Erzgebirge zu Eis-Blockaden geführt. Diese wirken wie Korken, stauen das Wasser und lassen es über die Ufer treten. So auch in Schwarzenberg. Vom Tal des Oswaldbachs im Ortsteil Wildenau wird ebenfalls ein Eis-Stau gemeldet. Kurz vor der Mündung des Baches in die Große Mittweida - neben der ehemaligen Schnepp-Mühle - hat der Frost immer neue Eisschichten aufgetürmt. Diese reichen mittlerweile bis in eine Höhe von fast zwei Metern. Dietrich Geitner vom Anglerverband Schwarzenberg beobachtet das Eis-Wachstum sehr genau. "Wenn es weiter friert, dann könnte das Wasser auf die benachbarten Grundstücke überlaufen", lauten seine Bedenken. "Mit einem Bagger wäre das Problem schnell behoben", meinte er, denn das Eis sei mürbe und könnte leicht herausgehoben werden.
In der Stadtverwaltung teilte man Geitners Einschätzung offenbar. "Ein Bagger hat Mittwochnachmittag tatsächlich das Eis abgetragen und so den Durchfluss wieder frei gemacht", sagte Tilo Weiß, Leiter des Schwarzenberger Ordnungsamts. Ansonsten gebe es derzeit aber keine weiteren Gefahrenstellen im Stadtgebiet, die auf Eisbildung zurückzuführen sind. Zudem konnten am Mittwoch Kältegrade im einstelligen Bereich gemessen werden, sodass auch das Streusalz wieder seinen Zweck erfüllt.
In Antonshöhe bemühen sich die Mitarbeiter der Gemeinde, einen Straßendurchlass offen zu halten, durch den sonst Hangwasser abfließt. Doch momentan lässt das Eis im Durchlass das Wasser anstauen und drückt zurück über einen Gully auf die Straße. Hier wird momentan mit Warnbaken der Eisglätte-Bereich abgeriegelt. "Wir bemühen uns jedoch, den Durchlass offen zu halten", sagte Joachim Lang vom Bauamt der Gemeinde.
Bei der Landestalsperrenverwaltung blickt man zurzeit mit bangem Blick auf das Thermometer. "Die Gefahr ist dann am größten, wenn Treibeis sich an Engstellen auftürmt und einen Wall bildet", bestätigte Pressesprecherin Katrin Schöne. Doch zumindest bei den größeren Fließgewässern wie Mulde, Schwarzwasser oder Große Mittweida ist das noch kein Thema. Doch dies könnte sich durchaus ändern, nämlich wenn der Frost anhält. "Das Randeis des Schwarzwassers ist bereits etwa zehn Zentimeter dick", berichtet Schöne. Sollte eine geschlossene Eisdecke die Flüsse überziehen, wäre die Gefahr übrigens wieder vorbei - zumindest bis das Eis wieder zu tauen beginnt. (mit nie)


