So sieht der momentane Entwurf für die Neugestaltung eines Aufenthaltsbereiches auf dem Markt in Schwarzenberg aus. An einigen Bänken seien noch Rückenlehnen vorgesehen.
Foto: Ingenieurbüro Reichel
Marktgestaltung in Schwarzenberg stößt zunehmend auf Zuspruch
Idee eines einheimischen Planers für mehr Aufenthaltsqualität in der Innenstadt überzeugt
Schwarzenberg. Es ist das Thema, das seit Jahren die Gemüter der Schwarzenberger erhitzt und die Ansichten spaltet: Der Marktplatz. Die einen plädieren für eine hohe Verkehrsberuhigung, die anderen sehen den Verkehrsstrom als "Lebensader" für die Geschäfte. Schwarzenberg hat aber nur die eine historische Altstadt mit ihren zauberhaften, aber engen Gassen und viel zu wenig Platz für die Unmenge der Autos, die heute unterwegs sind. Deshalb ist die Parkplatzproblematik seit Jahren ein Streitthema. Und nun will die Stadt mit der Umgestaltung des Marktes auch noch die Fläche vorm Ratskeller komplett vom "Blech" freiziehen.
Am Donnerstagabend hat Planer Sven Reichel seine Ideen für seine Heimatstadt öffentlich vorgestellt. Und trotz des nahenden Anpfiffs des Halbfinalspiels der Fußball-EM nahmen sich gut 30 Schwarzenberger, vorwiegend Geschäftsleute und Anwohner des Zentrums, die Zeit, um den Erläuterungen zu lauschen.
Geplant ist demnach, die Fläche vor dem Ratskeller zu einem Aufenthaltsbereich zu machen - und zwar für Menschen, nicht wie bislang für Autos. Auf runden Bänken und mit Blick auf flach in den Boden eingelassene Wasserspiele, die zu abendlicher Stunde farbig angeleuchtet werden, sollen Leute künftig hier verweilen, ausruhen oder miteinander ins Gespräch kommen. Massive und mobile Blumenkübel mit Grünpflanzen bringen eine Abtrennung vom weiterhin über den Markt laufenden Fahrverkehr. Und die Bodenhülse, in der zur Weihnachtszeit die große Markttanne steckt, wird in den Sommermonaten einen gestuften Sonnenschirm als Gestaltungselement halten (siehe Grafik).
Vielleicht war ja der warme Sommerabend dieser Präsentation ein wesentliches Moment dafür, dass sich wohl die meisten Zuhörer das Ganze gut vorstellen könnten.
Aber wie immer gab es auch die kritischen Stimmen der Zweifler. Speziell Anwohner beklagen die Parkplatzsituation. Jene 17 Stellflächen, die der Bereich derzeit biete (sollte mal akkurat geparkt werden), würden entfallen. "Aber wir werden als Ausgleich elf neue ausweisen", so Tilo Weiß vom Ordnungsamt.
Speziell das Be- und Entladen von Fahrzeugen, egal ob Warenanlieferung für Geschäfte oder Ausladen der Einkäufe von Anwohnern, seien heikle Momente, die Toleranz und jene viel zitierte Kompromissbereitschaft aller Beteiligten bedürften. Während Goldschmiedemeister Bertram Wurlitzer sich ganz klar gegen die Umgestaltung und die damit verbundenen Einschränkungen zur Bauzeit aussprach, zeigte sich Lydia Schönberg, Kneiperin und Anwohnerin, begeistert von Plänen. "Ich will in einer Stadt leben, die lebt", mit diesen Worten beendete sie ihre flammende Fürsprache.
Am Montag werden die Pläne im Technischen Ausschuss beraten. Die Kosten für die Umgestaltung belaufen sich auf 163.000 Euro. Für den Fall der Zustimmung, könnte im Herbst der Umbau beginnen und sollen mit wenig Sperrungen als "Knopfloch-OP" umgesetzt werden.

