Müllfahrer oft Prellbock für Bürgerärger
Neue Abfallwirtschaft bringt Probleme mit sich
Schwarzenberg. Auch wenn es der Name durchaus vermuten lässt: Die Landkreisentsorgung Schwarzenberg GmbH entsorgt keine Landkreise. Sondern Abfälle und Wertstoffe der verschiedensten Art im Bereich des Altkreises Aue-Schwarzenberg. Daran hat sich nichts geändert, obwohl seit Anfang 2012 die Abfallwirtschaft im gesamten Erzgebirgskreis einheitlich geregelt ist. Im Ergebnis der Ausschreibung, die der vom Kreistag beauftragte Zweckverband Abfallwirtschaft Südwestsachsen veranlasste, kommt die Landkreisentsorgung (LKE) Schwarzenberg als Subunternehmer im Entsorgungsgebiet West zum Zuge. Zudem gibt es die Gebiete Nord und Ost.
"Wir sind froh über diesen Auftrag, trägt er doch zum Sichern unserer 40 Arbeitsplätze bei", sagt LKE-Betriebsleiterin Anja Georgi. Auf dem Firmengelände an der Bundesstraße 101 in Neuwelt ist zugleich einer der vier Wertstoffhöfe angesiedelt, die es im Westerzgebirge gibt. Weitere sind am Lumpicht in Aue, an der Schneeberger Straße in Eibenstock und am Weg zur Kleingartenanlage Naturfreunde in Crottendorf zu finden. Auf diesen Höfen können zu deren Annahmezeiten bestimmte vorsortierte Abfälle kostenfrei abgegeben werden.
"Die Neuerungen seit Jahresbeginn verursachen bei vielen Bürgern noch immer Fragen und auch Ärger", so Georgi. "Das betrifft zum Beispiel die nun kostenpflichtige Grünschnittentsorgung, den Wegfall der Papiercontainer auf zentralen Sammelplätzen und die Öffnungszeiten der Wertstoffhöfe, die ja in unserem Fall von denen des Betriebs abweichen. Unsere Fahrer werden dann oft zum Prellbock, obwohl sie nur umsetzen, was der Zweckverband im Auftrag des Landkreises regelt."
Dass auf dem Gelände der eigenständigen Landkreisentsorgung im Auftrag des Zweckverbandes auch ein Wertstoffhof betrieben wird, verwirrt noch immer viele Leute. Die jeweiligen Annahmezeiten spielen eine große Rolle. Ein Beispiel: Ist der Wertstoffhof geöffnet, kann der Kunde seinen Sperrmüll dort kostenlos abgeben. Ansonsten ist beim Entsorgungsbetrieb eine Gebühr fällig. Die Praxis wird zeigen, inwieweit diese und andere Regelungen vielleicht noch modifiziert werden.
Generell ist die LKE GmbH dabei, sich breiter aufzustellen, was ihre Leistungsangebote betrifft. Stadtreinigung und Containerdienst gehören dazu, ebenso Miettoiletten sowie Fäkalienentsorgung aus Klär- und Kleinkläranlagen. "Wir könnten uns ohnehin eine stärkere Zusammenarbeit mit den Wasserwerken Westerzgebirge vorstellen, etwa beim Thema Vererdung", so Georgi.


