Jan Blechschmidt Jan Blechschmidt, Leiter des Meisterbereichs Trinkwasser Raschau, wird die neue Kompaktpumpstation mit betreuen. Schwarzenbergs Bürgermeister Bernd Weigel und Frank Kippig (hinten) studieren die Karten.

Foto: Marcel Weidlich

Neue Pumpstation verteilt maßvoll

Zweckverband Wasserwerke Westerzgebirge nimmt Anlage in Betrieb - Rückbau bringt Effizienz bei Versorgung

Schwarzenberg. Schwarzenberg. Es ist vollbracht. Die neue Kompaktpumpanlage für die Wasserversorgung des Schwarzenberger Stadtteils Sonnenleithe, die zudem die Haushalte von Beierfeld und Bernsbach speist, läuft - präzise wie ein Uhrwerk, vollautomatisch nach Bedarf und beinahe geräuschlos. "312.000 Euro hat die Errichtung der neuen Kompaktpumpstation gekostet", erläutert Frank Kippig, Geschäftsführer des Zweckverbands Wasserwerke Westerzgebirge (ZWW), bei der Inbetriebnahme des neuen Herzstücks.

Im Inneren des kleinen massiven Gebäudes an der Südanbindung in Schwarzenberg laufen zwei Pumpen mit einer Leistung von je 18 Kilowatt. "Beide Pumpen verfügen über den so genannten energetischen Sanftanlauf und sind unabhängig voneinander schaltbar auf das zentrale Prozessleitsystem der Wasserwerke aufgebunden. Je nach benötigter Wassermenge werden sie vollautomatisch zu- oder abgeschaltet", hebt Kippig markante Neuerungen hervor. Sie befördern das Wasser über eine Transportleitung zunächst in den Hochbehälter am Sportplatz in Beierfeld. "Und von dort aus werden nun die 3400 Einwohner von Sonnenleithe, als auch die Haushalte in Beierfeld und Bernsbach mit versorgt", erläutert der Wasserwerke-Chef anhand einer Flurkarte.

Die neue Anlage ersetzt somit vollständig das 1984 erbaute alte Werk in Sachsenfeld, in dem sich noch Pumpen mit einer Nennleistung von 90 bis 45 Kilowatt befanden. "Die alte Hauptpumpe konnte noch 210 Kubikmeter pro Stunde fördern. Und 1992, als in Sonnenleithe noch gut 6500 Menschen gewohnt haben, wurden über diese Leitung 464.000 Kubikmeter Wasser pro Jahr gefördert. Im Vergleich dazu waren es 2009 bei gut 3400 Bewohnern nur noch 134.200 Kubikmeter pro Jahr", so Kippig.

Der Rückbau war also zwingend erforderlich. Die überdimensionierten Anlagen (zu denen auch die Rohrleitungen gehörten, die bereits 2007/08 ausgetauscht wurden) waren keineswegs mehr effektiv. "Dass dies gelungen ist, haben wir vor allem der Stadt Schwarzenberg zu verdanken, die sich für dieses Projekt stark gemacht hat und als Modellprojekt beim Freistaat um Förderung ersuchte", schildert der Wasserwerke-Chef. Danach haben die Wasserwerke von 2007 bis heute für rund 686.000 Euro das Trinkwassernetz den neuen Gegebenheiten, insbesondere der schrumpfenden Einwohnerzahl angepasst. Und zugleich die Wasserqualität verbessert, da die Durchlaufzeiten nun kürzer sind und der Wasserdruck stabiler ist. Letzte Etappe wird der Austausch der Leitung nach Bernsbach, vom Beutelbach bis zum Ort. Weitere Projekte dieser Art laufen derzeit in Aue, Lößnitz, Schneeberg. (matu)

 
erschienen am 30.07.2010
 
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