Anke und Jens Veith sind nicht nur privat ein Paar, sondern auch beruflich ein eingespieltes Team, gemeinsam Bestücken sie einen der Schweißautomaten für die Herstellung von Baugruppen.
Foto: Felix Matuschek
Plötzlicher Tod des Firmenchefs trübt Stimmung in der Cawi
Automobilzulieferer will dennoch weiter wachsen
Schwarzenberg. Noch sitzt der Schock über den plötzlichen Tod ihres Firmenchefs tief, noch haben die meisten Mitarbeiter das Gefühl: "dass er gleich um die Ecke kommen müsste", sagen jene, die etliche Jahre mit Volkmar Fischer zusammengearbeitet haben. Herzversagen hatte den beliebten Geschäftsführer des Schwarzenberger Unternehmens der Cawi-Stanztechnik GmbH unvermittelt aus dem Leben gerissen. Am Samstag findet die Urnenbeisetzung auf dem Zentralfriedhof in Schwarzenberg statt.
Und obwohl bei der Belegschaft noch immer die Trauer überwiegt, so können die derzeit mehr als 200 Beschäftigten der 1993 gegründeten Firma wohl davon ausgehen, dass sie ihre Arbeit behalten. Denn Jörg Kölsche, der seit der Gründung des Unternehmens der Hauptgesellschaft der Cawi-Stanztechnik ist, will am Standort in Schwarzenberg unbedingt festhalten, wie er im Gespräch mit "Freie Presse" betont.
Natürlich habe auch ihn die Nachricht vom Tod seines Geschäftspartners und Freundes sehr schockiert. "Auf ihn konnte man sich hundertprozentig verlassen. Er hat Schwarzenberg geleitet, das lief, da musste ich mich überhaupt nicht kümmern", skizziert Kölsche das solide Miteinander der vergangenen Jahre. Und er versicherte auch am Mittwoch in einer kurzen Mitarbeiterversammlung der Belegschaft des Schwarzenberger Werkes: "Es geht weiter."
"Der Standort Schwarzenberg ist der ausbaufähigste von den drei Unternehmensstandorten", so Kölsche, der zwei weitere am Hauptsitz in Kierspe (Sauerland) leitet. Erst im vergangenen Jahr wurde in Schwarzenberg ein großes Lager errichtet. Im August kommt ein 1000-Tonnen-Stanzautomat. "Und es geht weiter. Wir wollen wachsen. In den nächsten fünf Jahren die Mitarbeiterzahl vielleicht sogar verdoppeln", umreißt er grob die Pläne.
Vorerst werde er selbst als Kapitän in Schwarzenberg bleiben. Denn noch laufe die Einarbeitungszeit von Jens E. Waldhelm, den Fischer erst vor wenigen Wochen als neuen Betriebsleiter an Bord geholt hatte - in der Voraussicht auf den nahenden Ruhestand. Denn eigentlich wollte der 62-Jährige allmählich kürzertreten. Was bleibt, ist ein gut gehendes Unternehmen, das sich als Zulieferer für Stanzteile und Baugruppenfertigung in der Automobilbranche einen Namen gemacht hat. Und die Erinnerung an einen Mann, "der ein großes Herz hatte", wie seine Mitarbeiter voller Hochachtung sagen.

