Der Film "Urlaub von Hartz IV" des Schwarzenbergers Udo Neubert erlebte 2011 im Naturtheater Schwarzenberg Premiere. Mit von der Partie waren auch Berufskraftfahrer Tom Weber (rechts) und Alexander Richert aus der Stadtschule Schwarzenberg, zwei der Hauptdarsteller.
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Rocker und Theaterleute wecken Naturbühne aus längerem Schlaf
Auf der kleinen Schwester der Waldbühne ist oft monatelang nichts los
Schwarzenberg. Die Nachwuchsrocker von Take Away samt Vorband und Gästen lassen es am Sonnabend krachen auf der Naturbühne in Schwarzenberg. Mit einem musikalischen und einem richtigen Feuerwerk wird die kleine Spielstätte unterhalb der großen Waldbühne im Rockelmannpark aus ihrem jährlichen Dornröschenschlaf geweckt.
Dieses Areal, ergänzt durch ein Funktionsgebäude, bietet für Theatervorstellungen, Freiluftkino und kleine Konzerte einen gut geeigneten Rahmen. Aber, das kritisieren Einheimische und Gäste der Stadt immer wieder, "es ist zu selten etwas los angesichts der Möglichkeiten".
"Sicher könnte es im Naturtheater mehr Veranstaltungen geben", sagt Gerd Rosam, der in der Stadtverwaltung das Sachgebiet Kultur und Tourismus leitet. "Aber der Wunsch ist nur eine Seite. Dazu ist noch viel mehr nötig." So sind Veranstalter und Mitwirkende notwendig, die alle Anforderungen an ein Freiluft-Ereignis meistern. Die Abhängigkeit vom Wetter wirkt sich direkt auf die Besucherzahl, damit auf die Einnahmen aus - und auf die Zahl, die unterm Strich steht. Rosam: "Dass die Stadt als Veranstalterin auftritt, was immer mal wieder gefordert wird, ist ja nicht unsere Hauptaufgabe."
Dennoch bemüht sich die Eigentümerin der Anlage darum, dass das Naturtheater genutzt wird, knüpft beispielsweise Kontakte zu privaten Veranstaltern und gibt, wenn möglich, Unterstützung, wie beim Konzert am Sonnabend. Danach bleibt die Spielstätte, die Mitte der 1920er-Jahre in einem alten Steinbruch eingeweiht wurde, nur bis zum Dienstag verwaist. Da gastiert das Eduard-von-Winterstein Theater aus Annaberg-Buchholz mit dem Stück "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel". Erstmals bietet das Naturtheater dann am 21. Juli die passende Kulisse für das Jägerfest der Jägerschaft Westerzgebirge. Für den 30. August ist mit "Tom Sawyers Abenteuer" eine weitere Theateraufführung geplant. "Im September wird voraussichtlich noch das Konzert von Engel in Zivil nachgeholt, das im Mai ausgefallen ist", sagt der Sachgebietsleiter.
Insofern kann sich das Sommerprogramm durchaus sehen lassen. Unabhängig von den Veranstaltungen ist die Stadt beim Erhalt der umzäunten Anlage gefordert. "5000 Euro Bauhofleistungen fallen in jedem Jahr an", weiß Bürgermeister Bernd Weigel, quasi Kämmerer der Stadt. "Die Arbeiten reichen vom Rasenmähen bis zu Instandsetzungen." 2011 kamen außerplanmäßig rund 2500 Euro nach Sachbeschädigungen dazu. Unbekannte hatten Holzverkleidungen und Zaunteile demoliert und ein Feuer entfacht. Zudem hat die Stadt jährlich zwischen 6000 und 7000 Euro reine Betriebskosten zu tragen, die vor allem für Strom und Heizung im Gebäude anfallen.

