Marko Klotz und Patrick Keller von der Baufirma Oswald Klotz aus Waschleithe Marko Klotz (vorn) und Patrick Keller von der Baufirma Oswald Klotz aus Waschleithe errichten derzeit Gabionenwände fürs Fundament der Erzwäsche.

Foto: Felix Matuschek

Schaubergwerk Waschleithe erhält echte Schaustrecke

"Weg des Erzes" bald für jedermann erkundbar

Waschleithe. Wie war das damals im Erzgebirge? Wie haben die Bergleute Erz abgebaut? Und wie wird aus dem gewonnenen Erz eigentlich Eisen? - Fragen, auf die es bald eine sehr anschauliche und nacherlebbare Antwort geben wird. Denn am Schaubergwerk "Herkules-Frisch-Glück" in Waschleithe entsteht derzeit ein "Weg des Erzes" - und den sollen Besucher bald erkunden.

Das Ganze wird allerdings kein Lehrpfad im herkömmlichen Sinne mit Schautafel, sondern ein Erlebnispfad, bei dem Selbstbetätigung gefragt ist. Das zumindest steckt hinter der Idee dieses Weges, der späterhin seinem Benutzer nur wenige Schritte abverlangt.

"Einer der wesentlichen Impulse für die Idee war das damalige Schulprojekt der Lernförderschule Schwarzenberg. Sie waren bei uns, und wir haben die Begeisterung bei den Kindern gespürt", erklärt Bürgermeister Joachim Rudler zu den Ursprüngen des Vorhabens. Dass man damit auch die bestehende Schauanlage des Bergwerks aufwertet, ist der gewünschte touristische Effekt. "Hier können Familien künftig anhand des Nachbaus eben den Weg des Erzes nachvollziehen."

Für die technische Umsetzung des Ganzen hat die Stadt Grünhain-Beierfeld Reinhold Schürer ins Boot geholt. Der ehemalige Bauingenieur wohnt im Ortsteil Waschleithe und hat die Idee in ein konkretes Bauprojekt umgewandelt. Auf dem Papier zeigt der 69-Jährige, was in den nächsten Tagen und Wochen hier entstehen wird. Für die Umsetzung ist mit der Baufirma Klotz ebenfalls ein ortsansässiges Unternehmen verantwortlich. Zuzeit sind Bauleute dabei, das Fundament für die spätere Erzwäsche zu errichten. Sowohl diese als auch ein Rennofen und ein Münzstock werden das bereits vorhandene Pochwerk ergänzen. Ein Schwallbecken, das etwas oberhalb im Wald platziert wird, sowie eine unterirdische Rücklaufpumpe ermöglichen den benötigten Wasserkreislauf für die Erzwäsche. "Es wird ein Nachbau, nicht ganz detailgetreu, aber dafür mit Erlebnischarakter", so Rudler.

Denn Erlebnistourismus, das ist es, was die Kommune künftig bieten will. Dazu gehört auch der Münzstock, auf dem sich die Besucher alsbald den "Fürstenberger" selbst prägen dürfen. "Nebenan im Rennofen wird Weißmetall erhitzt. Dieses wird in die Talerform gegossen und mit Muskelkraft geprägt", schildert der Stadtchef eine Besonderheit des Weges. Zudem soll der Fürsterberger Taler einen echten Wert verkörpern und zumindest innerhalb von Waschleithe als Zahlungsmittel akzeptiert werden. "Zum Beispiel für eine Limo in der benachbarten Gaststätte", so die Überlegungen.

Der Weg des Erzes wird also nacherlebbar. Gefördert wird die touristische Aufwertung durch die Möglichkeiten des Programms für die Entwicklung im ländlichen Raum. Rund 60.000 Euro sind insgesamt veranschlagt, von denen zwei Drittel der Kosten förderfähig seien. Ende September, so das große Ziel, soll der Weg eingeweiht werden. Dann stehen neben der Bergschmiede zwei weitere Holzhäuser, in denen Gäste ein Stück Geschichte ausgraben können.

 
erschienen am 06.08.2012 ( Von Beate Kindt-Matuschek )
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