Florian Gräßler (links) und Tobias Stapel haben das Seifenkisten-Rennen jeweils in ihren Klassen gewonnen.
Foto: Ralf Wendland
Stimmung fast wie auf dem Sachsenring
Bei der Kirmes in Crandorf gab es ein spektakuläres Seifenkistenrennen
Crandorf. Den 300. Geburtstag ihrer Kirche haben die Crandorfer gebührend gefeiert. Samstag hat der Heimat- und Schulverein Erla-Crandorf den Anlass genutzt, die zweite Auflage des Gaudi-Seifenkisten-Rennens anzuschieben.
Und das mit Erfolg: 14 Starts gab es, darunter zwei Doppelsitzer. Nach dem Eintreffen der Fahrzeuge gingen Experten mit Adleraugen in die Boxengasse und vollzogen die technische Abnahme. Dann folgte ein Warm-Up-Training, bevor die Strecke nach einer Safety-Car-Phase für das Renn-Geschehen freigegeben wurde. In Crandorf herrschte also echte Grand-Prix-Stimmung. "Das ist wie auf dem Sachsenring", strahlt Frank Weihrauch, Vorsitzender des Heimat- und Schulvereins, der das Spektakel mit zahlreichen Helfern auf die Beine gestellt hat. "Die Premiere gab es genau vor zwei Jahren zum 100-Jährigen der Schule", erzählt Weihrauch. Das Besondere sei das Austragen eines Gleichmäßigkeitsrennens. "Das kommt gut an", weiß der 41-jährige aus Erfahrung und sagt: "Darauf legen wir großen Wert, denn es sollen auch die Kleinen, die das Gefährt vielleicht noch nicht so gut beherrschen, eine Chance haben." Der elfjährige Tom Weigel ist im Duo mit Maxim Hähne gefahren: "Gut ein Vierteljahr haben wir an der Kiste gebaut. Vati und Opa haben geholfen." Dann gab es einen Probelauf: "Ich bin einmal allein einen Berg gefahren."
Beim Rennen selbst haben die "Coolen Jungs" ihr Bestes gegeben. "Die Konkurrenz ist ziemlich gut", gesteht Tom. Als rasende Feuerwehr mit Sound und Wasserspritz-Effekt haben die Jungs den Pokal in der Gaudi-Klasse abgeräumt. In der Altersklasse 9 bis 13 hatte Tobias Stapel die Nase vorn und bei den ab 14-Jährigen fuhr Florian Gräßler am gleichmäßigsten. Der 19-jährige Physik-Student hat mit Unterstützung von Vater, Opa und Onkel seine Kiste selbst zusammengeschraubt: "Zwei Wochen haben wir getüftelt." Die Seifenkiste, die jetzt zum zweiten Mal im Einsatz war, hat man aufgemöbelt und verbessert: "Wir haben eine Verkleidung angebaut und auch der Brems-Fallschirm ist neu." Die Strecke schätzt Florian als gut ein: "Ich habe versucht nicht zu bremsen und habe die Kiste einfach rollen lassen. Das Schwierige war, bei allen drei Läufen möglichst die gleiche Linie zu fahren."
Pfarrer Daniel Liebscher verfolgte das Geschehen an der Rennstrecke: "Die Kirmes wird im Dorf immer wahrgenommen. Es ist gut, wenn Vereine zusammen etwas bewirken." Die Kirche sei eine Gabe, sagt der 37-jährige: "Man hat sie uns anvertraut und wir müssen sie erhalten." Dabei sei das Äußere nur ein Punkt: "Die Kirche muss gestaltet werden, auch innen. Sie muss mit Leben erfüllt sein." Sonntag hat die Kirche einen Festgottesdienst gefeiert und am Nachmittag wurde eine neue Dorf-Linde im Zentrum gepflanzt. "Der alte Baum, der vor der Kirche stand, musste gefällt werden, da Gefahr in Verzug war", erklärt Ortsvorsteherin Gisela Schmidt Für sie ist das Schöne, das im Ort alle zusammenhalten, sich untereinander helfen. Für 2013 plane man erneut eine Feierlichkeit: Crandorf wird 825 Jahre.

