Trabis - so weit das Auge reicht. Auch ein roter Wartburg hat sich in der Armada der Zwickauer Rennpappen versteckt. Das Treffen zählte am Samstag über 120 Teilnehmer.
Foto: Lippmann-Wager
Überfall überschattet Trabi-Festival in Beierfeld
Rennpappen dröhnen vermutlich zum letzten Mal
Grünhain-Beierfeld. Die Trabant-, Wartburg- und Oldtimerfahrer trotzten den hohen Benzinpreisen und reisten bereits am Freitagnachmittag in Scharen in Beierfeld an. Der alte Sportplatz war Dreh- und Angelpunkt des 13. Trabi-Treffens. Es schien fast so, als wollten die Teilnehmer Hermann Langer zum Umdenken bewegen. Denn der Vorsitzende des Trabi-Teams Westerzgebirge hatte im Vorfeld des Treffens angekündigt, dass es die letzte Veranstaltung unter seiner Federführung sein könnte.
Allerdings ließ er sich eine kleine Hintertür offen und machte es von der Besucherzahl abhängig. "Ich bin ein bisschen Treffen-müde und wenn wir weniger als 100 Fahrzeuge auf dem Platz haben, dann ist Schluss - definitiv", sagte er in der heißen Vorbereitungsphase, die den Mitgliedern und Helfern jedes Jahr einiges abverlangt. Doch die Fahrzeugkolonne rollte an und schließlich wurde die 100 geknackt. "Es sind sogar mehr als 120 Fahrzeuge geworden", freute sich Jürgen Lisse, der auch in diesem Jahr die Bewertung übernahm. "40 Fahrzeuge haben sich bewerten lassen, eines besser als das andere. Jedes hätte einen Pokal verdient", lobte der Trabi-Fan.
Mehrere hundert Besucher, die sich die Schmuckstücke ansehen wollten, zeigten, dass die Veranstaltung sehr beliebt und eine feste Größe in der Region ist. Eigentlich hätte also Hermann Langer am Pfingstsonntag Freude strahlend über den alten Sportplatz laufen können, doch er tat es nicht...
Der Schreck der Morgenstunde saß einfach zu tief. "Gegen halb fünf hat mein Handy geklingelt", erzählt Langer. Die Nachtwache informierte ihn, dass es einen Überfall gegeben habe. "Ich bin sofort hingefahren." Zehn Männer, die nichts mit dem Treffen zu tun hatten, seien unter anderem mit einem Audi A3 angefahren gekommen. "Sie sollen ganz zielstrebig zu dem Zelt eines jungen Mannes aus Mülsen gegangen sein. Sie haben ihn wohl herausgezogen. Zwei Männer hätten dann wild auf ihn eingeschlagen", schildert Langer. "Der junge Mann musste kurzzeitig ins Krankenhaus, konnte aber glücklicherweise schnell wieder entlassen werden", so Hermann Langer. Die Polizeidirektion Südwestsachsen bestätigte gestern offiziell den Übergriff auf einen 27-Jährigen. Langer: "Ich bin fix und fertig. Einer unserer Mitglieder versuchte, die beiden Angreifer zum Aufhören zu bewegen, bekam dabei selbst eine verpasst. Für mich ist Schluss, das war das letzte Treffen, wenngleich der Überfall nichts mit uns zu tun hatte, sondern es wohl um private Streitigkeiten ging."
Immer wieder informierte er am Sonntagvormittag einzelne Teilnehmer, die sich bei ihm bis zum nächsten Jahr verabschieden wollten, über seine Entscheidung. Die Reaktionen waren immer wieder ähnlich. Sie drückten ihr Bedauern aus.

