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Hans Beck vom Kirchenvorstand zeigt die Spuren der Einbrecher.

Foto: Georg Dostmann

Vandalismus: Friedenskirche rüstet auf

Immer wieder wird versucht, gewaltsam in das Gotteshaus einzudringen. Nun aber sollen neue Sicherheitsvorrichtungen das verhindern.

Von Heike Mann
erschienen am 21.04.2017

Aue. Die Friedenskirche in Aue ist fast wöchentlich Ziel von Einbruchsversuchen. Hans Beck vom Kirchenvorstand kann Spuren davon an Fenstern und Außentüren zeigen. "Man ärgert sich, schließlich war die Außensanierung mit einem Riesenaufwand verbunden", sagt er. Unter anderem wurden bis zu einem Meter große Stücke rundum aus den kupfernen Blitzableitern herausgeschnitten. Sie zu erneuern, kostete mehrere tausend Euro.

Aus dem neuesten Einbruchversuch über ein Fenster zieht der Kirchenvorstand jetzt die Konsequenz: Die vom Erdboden aus erreichbaren Fenster sollen vergittert werden. Auch bei den Türen sind Nachrüstungen vorgesehen, um sie sicherer zu machen. Bewährt haben sich die Originalschlösser. "Mit handelsüblichen Werkzeugen hat man da keine Chance", verweist Beck darauf, dass die massive Seitentür zwar Schaden genommen, aber standgehalten hat.

Die Polizei spricht laut Beck im Zusammenhang mit den Einbruchversuchen von Beschaffungskriminalität. Gesucht werde vor allem nach Kleingeld oder nach Dingen, die sich zu Geld machen lassen. "Was will ich aber in der Kirche klauen?", fragt der Bausachverständige vom Kirchenvorstand. Die Opferstöcke würden immer geleert, die wertvollen Sakralgegenstände sind sicher verwahrt.

Über das "sinnlose Vorgehen" kann Beck nur den Kopf schütteln, und ihn empört zudem der damit verbundene mangelnde Respekt gegenüber dem Gotteshaus. Das gipfelte im Spätherbst vergangenen Jahres darin, dass von der oberhalb der Kirche gelegenen Straße offenbar gezielt Steine auf das Kirchendach geworfen wurden. Dass dadurch Dachschindeln zerbrachen und jetzt fehlen, kann man an einigen Stellen noch sehen. Die Reparatur mittels Spezialhubbühne kostete allein 2000 Euro, sagt Beck.

Der Täter habhaft zu werden, erweist sich als schwierig, zumal sie in der Regel nachts kommen. "Früher waren in der Nachbarschaft der Friedenskirche Schulen. Da waren immer Hausmeister da. Die Schulen gibt es nicht mehr, heute sind nicht immer Leute vor Ort, die schauen können, was an der Kirche vor sich geht", erklärt Beck. An die Polizei ging die Bitte, bei ihren Streifenfahrten auf dem Zeller Berg die Friedenskirche im Auge zu behalten. Jemanden auf frischer Tat ertappt hat man bislang allerdings nicht.

Die Außensanierung der Friedenskirche hat rund 800.000 Euro gekostet. Eine Förderung vorausgesetzt, soll dieses Jahr noch die Innensanierung beginnen. Vor allem Einregnungsschäden sind zu beseitigen, so Beck. Auch dafür sind noch einmal Kosten von mehreren hunderttausend Euro veranschlagt.

 
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