Zu den Höhepunkten 2011 im Besucherbergwerk Zinnkammern Pöhla gehörten die Sonderführungen. Mit dreidimensionaler Laser-Show und fantastischen Lichtprojektionen begeisterten sie die Besucher.
Foto: Lars Rosenkranz
Zinnkammern: Betreiberverein reizt seine Leistungsfähigkeit aus
Besucherbergwerk in Pöhla hat kontinuierliche Entwicklung genommen
Pöhla. Mehr als 14.000 Interessenten haben im Vorjahr die größten Zinnkammern Europas besichtigt, tief im Berg Einblicke in die Arbeit der Bergleute erhalten oder vor einmaliger Kulisse diverse Konzerte sowie weihnachtliches Brauchtum erlebt. "So viel Gäste in einem Jahr hatten wir noch nie", freut sich Frank Weißflog, Vorsitzender des Vereins Besucherbergwerk Zinnkammern Pöhla. Doch zugleich merkt er an: "Wir haben damit das Ende der Fahnenstange erreicht, was die Leistungsfähigkeit unseres Vereins als Betreiber dieses Bergwerks betrifft. Der Bedarf ist größer als das, was wir ehrenamtlich schaffen können."
Die Zinnkammern haben für den Tourismus in der Region enorme Bedeutung erreicht, sind zur festen Größe geworden. "Das Ganze bekam Ausmaße, an die zu Beginn kaum einer gedacht hat", sagt Weißflog. So weist der Haushalt 2011 des Vereins Einnahmen und Ausgaben von jeweils 220.000 Euro aus. "Davon trägt die Stadt Schwarzenberg 8000 Euro als Zuschuss für den Betrieb, Sponsoren steuern 10.000 Euro bei. Über 200.000 Euro müssen wir also durch Eintrittsgelder erwirtschaften. Aber pro Monat laufen bei uns ja schon 3500 Euro an Energiekosten auf."
Das ehrenamtliche Engagement der Vereinsmitglieder ist zwar ungebrochen, "doch die Grenzen sind erreicht", betont der Vereinschef. "Wir haben bisher nur fürs Büro eine feste Arbeitskraft. Unsere 35 Bergführer erhalten eine pauschale Aufwandsentschädigung, in Spitzenzeiten vergeben wir Mini-Jobs." Strenge Auflagen sind zu erfüllen, Verschlissenes ist zu ersetzen. Viele Arbeiten zum Erhalt und Verbessern der Anlagen über- und untertage erfolgen als reine Freizeitleistungen. Wie zu aktiven Bergbauzeiten wird eine Lokstation betrieben. Außerdem tritt der Verein als Bauherr auf, wie für die neue Zufahrt und den Parkplatz.
Es gehe dem Verein nicht darum, ein Klagelied anzustimmen. "Und auch nicht darum, mir einen Job zu verschaffen, wie mancher vielleicht argwöhnt. Ich bin versorgt", unterstreicht der frühere Wismut-Kumpel Weißflog. "Es ist aber an der Zeit, dass sich alle, die mehr oder weniger intensiv mit den Zinnkammern zu tun haben, mal an einen Tisch setzen - Landkreis, Stadt, Tourismusverein, Grubeneigner Wismut, unser Verein." Alle gemeinsam müssten überlegen, wie es mit dieser betriebsfähigen touristischen Einrichtung weitergehen soll. Und wie sich das Verhältnis zwischen Besucherbergwerk und eventuell wieder einsetzendem Bergbau gestalten soll.


