Bereits im Frühjahr wurde am Unfallschwerpunkt Autobahnabfahrt Stollberg West eine provisorische Ampel aufgestellt.
Foto: Andreas Tannert/Archiv
Acht Unfallschwerpunkte im Altkreis stehen im Fadenkreuz
An einigen Kreuzungen steigen die Zahlen deutlich - Aber ab wann ist Handlungsbedarf?
Stollberg. An der Autobahnabfahrt Stollberg-West aus Richtung Hof haben Polizei und Verkehrsexperten die Notbremse gezogen. Eine Sonderunfallkommission stellte vor Monaten fest: Dort gibt es auffällig viele Unfälle. Grund: Ein von der A72 kommender Fahrer kann an der Kreuzung erst sehr spät erkennen, ob auf der Hauptstraße ein Kfz auf die Autobahn will - oder geradeaus weiter fährt. Denn die Abbiegespur zur Autobahn ist schlicht zu kurz. Die Folge: 15 Zusammenstöße im Jahr 2011. Deshalb wurde eine provisorische Ampel aufgestellt. Bislang sind es in diesem Jahr nur drei Unfälle.
Fünf gleichartige Unfälle nötig
Die Anschlussstelle ist eine von derzeit acht Unfallschwerpunkten im Altkreis Stollberg, wo es aus unterschiedlichsten Gründen auffällig oft kracht oder krachte und die seither im Fadenkreuz der Unfallkommission stehen. "Ein Unfallschwerpunkt ist, wenn sich innerhalb eines Jahres mindestens fünf gleichartige Unfälle ereignen - oder innerhalb von drei Jahren Unfälle mit drei schweren Personen- und Sachschäden", so Annerose Lühr von der Unfallkommission des Landratsamtes.
Besonders häufig sind Knotenpunkte auf Stollberger Flur in der Liste vertreten. Auffällig ist die Kreuzung an der Bundesstraße 180 und Auer Straße. Dort waren im vergangenen Jahr 13 Autos zusammengestoßen - allein drei Schwerverletzte mussten ins Krankenhaus.
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Blitzer ein Fall für Kommission
Doch nicht nur die klassischen Verfehlungen von Autofahrern machen aus einem Knotenpunkt ein Unfallschwerpunkt, wie ein Blick nach Chemnitz beweist: Dort sorgte nahe des Messeareals ein installierter Ampelblitzer für häufige Auffahrunfälle. 70 Kilometer sind dort pro Stunde erlaubt - weil aber viele Autofahrer Angst hatten, geblitzt zu werden, gingen sie schon bei Gelb unvermittelt auf die Bremse. Die Polizei registrierte allein im Jahr 2010 acht zum Teil schwere Auffahrunfälle. Im vergangenen Jahr hatte es sogar 19-mal gekracht. Neun Vorfälle waren laut Polizei offenkundig auf den Blitzer zurückzuführen. Dieser Blitzer wurde übrigens abgeschaltet.
Auch im Altkreis Stollberg konnten bereits Unfallschwerpunkte von der Liste wieder gestrichen werden - etwa in Hohndorf an der Post-, Bahnhof- und Alte Oelsnitzer Straße. Dort war eine Umleitung letztlich schuld an sieben Unfällen. Auch in Oelsnitz konnte an der Pflockenstraße/Äußere Stollberger Straße Entwarnung gegeben werden. Die Unfallkommission des Landratsamtes stellte jetzt in ihrem Bericht fest: "Nach Überarbeitung des Knotens Ende 2011 ging das Unfallgeschehen deutlich zurück."
Diesen Status hat die Stollberger Kreuzung Chemnitzer-, Zwönitzer Straße/Postplatz noch nicht. Dort sanken die Unfallzahlen - im vorigen Jahr waren es noch sieben mit elf leichtverletzten Personen - zwar deutlich. Lühr: "Aber noch steht der Knotenpunkt unter Beobachtung."


17:50 Uhr
Deluxe: Die Unfallzahlen sind das eine.
Aber die Ampel an der Autobahnabfahrt Stollberg-West sorgt seit ihrem Bestehen vor allem nur für eins: endlose Staus in Richtung Gwerbegebiet. Schön ist das nicht - zumal die Schaltung dieser Ampel nicht im geringsten mit den anderen 3 Ampelanlagen gekoppelt ist, die dort ganz in der Nähe stehen. Der Fortschritt ist in Wahrheit also ein Rückschritt - die Verkehrsverhältnisse an den Kreuzungen rund um die Autobahnauffahrt sind seither noch katastrophaler geworden als zuvor.
20:20 Uhr
Reiner202: Ich möchte nicht dazu viel sagen,sondern nur eins
Es gibt den Paragraphen 1 der Straßenverkehrsordnung,und wenn man diesen beachtet gibt es weniger Probleme.
14:38 Uhr
Matthias1: Warum Fadenkreuz? Warum soll auf die Unfallschwerpunkte nun auch noch geschossen werden? Wer denkt sich derart dumme Überschriften aus?