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Agentur verweigert junger Mutter Auskunft zu Jobangebot
Seit der Landkreis alleine für Hartz IV zuständig ist, haben sich verärgerte Leser bei "Freie Presse" gemeldet
Stollberg/Annaberg-Buchholz. Seit Jahresanfang betreut der Landkreis Langzeitarbeitslose nicht mehr zusammen mit der Arbeitsagentur, sondern allein. Die Umstellung wirft auch nach mehr als einem Monat Fragen auf. Da ist zum Beispiel Claudia T. (Name v. d. Red. geändert), 26, allein erziehend. Zwei Ausbildungen in der Landwirtschaft hat sie abgeschlossen, dann kam die Elternzeit. Ab März möchte sie wieder arbeiten. "Ich suche schon seit Sommer", erzählt sie.
Bei der bundesweiten Online-Jobbörse der Arbeitsagentur hat sie eine passende Stelle gefunden. Aber der Name des Arbeitgebers stand nicht dabei. Claudia T. fragte bei der Arbeitsagentur nach. "Wir sind jetzt nicht mehr für Sie zuständig", bekam sie zu hören. Sie ist Hartz-IV-Empfängerin, deshalb kümmert sich jetzt das neue kommunale Jobcenter des Landkreises. Aber dessen Vermittlerin konnte nicht herausfinden, wer der Arbeitgeber ist.
Denn der hatte nur der Arbeitsagentur seine Daten mitgeteilt: Er nutzt den Arbeitgeberservice. Das heißt, die Agentur sucht für ihn Bewerber und trifft eine Vorauswahl. Seit 1. Januar ist sie nur noch für Kurzzeitarbeitslose zuständig. Fazit: Claudia T. konnte sich trotz passender Ausbildung nicht bewerben. Sie ärgert sich: "Da wird man ja bestraft, wenn man sich um Arbeit bemüht."
"Das ist kein Einzelfall", sagt Matthias Schröter, der beim kommunalen Jobcenter den Fachbereich Ganzheitliche Betreuung leitet. "Wir möchten mit der Agentur für Arbeit kooperieren und uns gegenseitig solche Stellen zukommen lassen." Der derzeitige Zustand sei für die Betroffenen unzumutbar. Bei der Agentur erklärt Sprecherin Simone Heinrich: "Diese Woche laufen Gespräche." Wie die Behörde zu dem Thema stehe, könne sie noch nicht sagen.
Das Problem bleibt also zunächst ungelöst. Doch immerhin: Manche andere Leserfrage konnten die Jobcenter-Mitarbeiter beantworten.


