Dank der Rampe ist die Facius-Villa jetzt auch mit Rollstuhl oder Kinderwagen gut erreichbar. In das Geländer ist ein historisches Stück integriert. Im Foto Andrea (l.) und Nadine Sczyrba mit der kleinen Erna. Dank der Rampe ist die Facius-Villa jetzt auch mit Rollstuhl oder Kinderwagen gut erreichbar. In das Geländer ist ein historisches Stück integriert. Im Foto Andrea (l.) und Nadine Sczyrba mit der kleinen Erna.

Foto: Matthias Heinke

Altes Wappen ziert neue Rampe

Die Arbeiten am künftigen Kulturhof der Villa Facius stehen vor dem Abschluss

Lugau. Während man die Arbeiten im Innenhof der Villa Facius von der Straße aus nicht verfolgen kann, ist es am Haupteingang sichtbar vorwärtsgegangen. Die Auffahrt für Rollstuhlfahrer ist fertig. Was beim genauen Hinsehen auffällt, ist ein Stück Geländer mit einem Teil eines Wappens. Dieses stammt aus dem ehemaligen Treppenhaus der Villa Facius und wurde neu verzinkt, erklärt Thomas Weikert (Linke), Bürgermeister von Lugau.

Geländer stammt aus der Villa

Bei dem Wappen handelt es sich offenbar nicht um ein altes Familienwappen, es wurde vielmehr in der Phase des Aufstiegs des Unternehmens von Rudolph Facius kreiert, sagt Wolfgang Frech, Hauptamtsleiter sowie Hobby-Historiker. Die Firma lieferte vor allem Bergbauausrüstungen. Die konkrete Bedeutung des Wappens sei nicht bekannt. Es zeigt eine Hand, die einen Kranz hält. Es habe sich an mehreren Stellen im Haus befunden, allerdings sei nur das in dem Geländer noch erhalten gewesen, als nach der Wende die Sanierung des Hauses begann. Bauamtsleiter Jan Jacob habe das Geländerteil damals sichergestellt.

Auf einem Foto, das die Stadt Lugau "Freie Presse" zur Verfügung gestellt hat, ist das Geländer des offenen Aufgangs zu sehen. Der dort zu erkennende Namenszug habe zu Wendezeiten nicht mehr existiert, offenbar wurde er zu DDR-Zeiten entfernt, sagt Frech. Er sei erst jetzt wieder eingearbeitet worden.

Ursprünglich habe das Gebäude ein abgeschlossenes Treppenhaus gehabt, erklärt Frech. Der offene repräsentative Aufgang mit dem Geländer sei vermutlich erst beim Umbau in den 1930er-Jahren entstanden. Aus dieser Zeit stammten auch die Stuckarbeiten und das Parkett.

Noch nicht montiert ist die Überdachung des neuen Haupteinganges der Villa. Passieren soll dies kommende Woche, sagt Weikert. Ebenfalls geplant und bereits mit dem Straßenbauamt abgestimmt sei die Versetzung des Ampelmastes, der jetzt auf dem Fußweg für Behinderungen sorgt. Er soll direkt an die Rampe gesetzt werden.

Das Geländer befand sich früher im Innern der Villa Facius und wurde mit Beginn der Gebäudesanierung sichergestellt. Das Motiv ist dem Wappen der Familie Facius entlehnt. Das Geländer befand sich früher im Innern der Villa Facius und wurde mit Beginn der Gebäudesanierung sichergestellt. Das Motiv ist dem Wappen der Familie Facius entlehnt.

Foto: Sammlung Armin Facius

Schriftzug wird angebracht

Morgen wird an der Straßenfront des benachbarten neuen Gebäudes, das im Hof wie eine Bühne wirkt, der Schriftzug "Kulturzentrum Villa Facius" angebracht werden, erklärt Thomas Weikert weiter. Dann wolle man erst einmal abwarten, wie dieser wirke, bevor entschieden wird, wie und wo zwei Werbeträger angebracht werden. Die sollen zukünftig für Hinweise auf Veranstaltungen in der Bibliothek, im Museum oder im Kulturhof genutzt werden.

Seine Premiere wird der Kulturhof zur 5. Lugauer Sommernacht am Wochenende erleben, auch wenn er dann noch ein Provisorium ist. Denn die Bühnentechnik sei zwar schon vorinstalliert, aber nach der Sommernacht gehen die Bauarbeiten - unter anderem mit Pflastern und Pflanzungen - weiter. Anfang September soll der Kulturhof dann mit einer kleinen Veranstaltung eingeweiht werden, sagt Weikert. In der Folgezeit müsse dann auch ein Konzept erarbeitet werden, wer den Hof wie und wann nutzen kann.

Wenn der Innenhof fertig ist, hat die Stadt in das Projekt Facius-Villa insgesamt rund 1,3 Millionen Euro investiert, davon flossen etwa zwei Drittel Euro als Fördermittel.

Als Nächstes stehe eine Lösung für das angrenzende Gebäude an. Unter Umständen käme ein Abriss in Frage, allerdings müsste der Hof dann wieder in irgendeiner Form geschlossen werden.

 
erschienen am 24.07.2012 ( Von Viola gerhard )
© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
 
Kommentare
1
(Anmeldung erforderlich)
  • 13.08.2012
    15:42 Uhr

    RiFk: Das Wappen gehört nicht zur Familie Rudolph Facius! Es ist das Wappen von Hermann Göring.
    Als die Firma hauptsächlich mit Sprengstoff handelte, gehörte sie wohl zu den Hermann-Göring-Werken. Aus diesem Grund wurde wohl das Wappen angebracht! Tja...Geschichte ist manchmal doof...oder?!

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