In der Zwei-Millionen-Metropole Manila treffen die sozialen Gegensätze hart aufeinander.
Foto: Internationale Mittelschule
Auf Klassenfahrt zum Vulkan Mayon
Schüler der Internationalen Mittelschule Niederwürschnitz lernen in Manila nicht nur die Schokoladenseite der Philippinen kennen
Niederwürschnitz. Niederwürschnitz. "Die Stadt ist riesig. Autos fahren kreuz und quer. Neben den vielen Wolkenkratzern sind gleich der Dschungel und massenweise Bruchbuden." So beschreiben Patricia Hennig (11) und Gregor Leiske (12) die Hauptstadt der Philippinen, Manila. Ihr Wissen haben die beiden nicht aus einem Lehrbuch oder einem Dokumentarfilm. Sie waren dort - im über 10.000 Kilometer entfernten Inselstaat.
Die Glauchauer Saxony International School - Carl Hahn gemeinnützige GmbH (SIS), Träger der Internationalen Mittelschule Niederwürschnitz, arbeitet seit Jahren mit der Deutschen Europäischen Schule in Manila zusammen. Voriges Jahr waren zwei Jungen aus Manila für zwei Wochen in Niederwürschnitz zu Gast. "Santiago und ich haben uns gut verstanden und viel unternommen", erzählt Gregor.
Wenige Monate nach diesem Besuch nutzten im Februar elf Sechsklässler aus den SIS-Schulen die Gelegenheit, für drei Wochen auf die Philippinen zu fliegen. "Ich dachte, so eine Chance bekomme ich nie wieder", sagte Patricia. Außer ihr und Gregor war aus Niederwürschnitz die Spanisch- und Geschichtelehrerin Claudia Stan dabei.
Nach fast einem Tag im Flieger wurden Patricia, Gregor und die anderen in Manila von ihren Gastfamilien empfangen. Sie lebten sich schnell ein, nahmen am deutschsprachigen Unterricht der Partnerschule teil und lernten Gleichaltrige kennen. Untereinander sprachen die Kinder hauptsächlich Englisch.
In Begleitung zweier einheimischer Lehrer erkundete die Reisegruppe den 2462 Meter hohen Vulkan Mayon, der erst im Dezember ausgebrochen war. "Durch metertiefe Gräben ist das Umland vor der Lava geschützt", erzählte Gregor. Patricia fand das "bezaubernd". Ein weiteres unvergessliches Erlebnis: das Schwimmen mit Walhaien, die bis zu 15 Meter lang werden und ein Gewicht von über 12 Tonnen erreichen können. "Es hat mich sehr beruhigt, dass sie Vegetarier sind", sagte Patricia lächelnd.
Aber nicht nur die Sonnenseite der Philippinen haben die Kinder gesehen. "Im Armenviertel waren die Gassen eng, und es hat gestunken. Überall hing Coca-Cola-Werbung", berichtet Gregor. Berührt verteilten die Mittelschüler Spielzeug und Kuscheltiere, später auch Essen an unterernährte Kinder. Gregor besuchte einen weiteren Slum mit seinem Gastvater, einem Arzt, der dort ehrenamtlich Menschen behandelt, die sich keinen Arztbesuch leisten können. "Dieses Projekt wollen wir von Deutschland aus unterstützen", sagte Gregor.
Was nach drei Wochen Philippinen bleibt? Für Patricia und Gregor nicht nur unvergessliche Erlebnisse und Freunde am anderen Ende der Welt, sondern auch die Wertschätzung des eigenen Wohlstands.


