"Bei allem, was man in Oelsnitz anfasst, ist irgendwie Kohle dran"

"Sächsische Heimatblätter" sind anlässlich des Tages der Sachsen der Oelsnitzer Historie gewidmet

Oelsnitz. Oelsnitz. Ein thematisches Heft der "Sächsischen Heimatblätter" wird sich zum Tag der Sachsen der Oelsnitz-Historie widmen. Mit mehr als 100 Seiten soll die Ausgabe ein paar Seiten mehr bekommen als ihren 96-Seiten-Standard-Umfang. Auf die übliche Auflage von 2200 sollen zudem noch einmal 1000 Stück extra gepackt werden.

Seit 1954 werden die "Sächsischen Heimatblätter" aufgelegt und bisher gab es zu fast jedem Tag der Sachsen ein thematisches Heft. Einzige Ausnahme war Görlitz. Klaus Gumnior, der die Hefte im Auftrag des Kulturbundes publiziert, bedauert diesen einmaligen "Ausrutscher".

Am Oelsnitz-Heft arbeitet ein hochkarätiges Autorenteam. "Unser Anspruch ist es, wissenschaftlich, aber auch lesbar und interessant zu sein. Deshalb haben wir bei den Autoren eine gute Mischung aus Wissenschaftlern und Hobbyforschern."

Bürgermeister Hans-Ludwig Richter hat es sich nicht nehmen lassen, zwei Texte des Heftes selbst zu verfassen. Und so hat das Stadtoberhaupt Beiträge geliefert zum Adelsgeschlecht von der Oelsnitz und über Bernhard Turley.

Auch der Oelsnitzer Heino Neuber kommt zu Wort. Erst im Juni hatte der Museologe einen Oelsnitz-Bildband vorgestellt. Jetzt ist er mit einem "Rückblick auf die Anfänge des Bergbaus im Lugau-Oelsnitzer Steinkohlerevier" vertreten. Designerin Ute Günther (Oelsnitz) schreibt über den von ihr innerhalb der Diplomarbeit gestalteten Bergbauweg der Stadt.

Zu jedem Thema wurde nach einem Spezialisten gesucht und fündig wurde man auch bei angesehenen Wissenschaftlern. So schreibt der Dresdner Professor für Kartografie und Geologie, Uwe-Ulrich Jäschke, zur Entwicklung von Oelsnitz von der Landgemeinde zur Stadt. Der Leipziger Religionswissenschaftler Dirk Klinger gibt einen Überblick über Konfessionen und Freikirchen am Anfang des 20. Jahrhunderts.

Zentrales Thema des Heftes ist für Klaus Gumnior aus gutem Grund der Bergbau: "Bei allem, was man in Oelsnitz anfasst, ist irgendwie Kohle dran." Bergschläge im hiesigen Revier, Entwicklung des Bergbaus und Gedanken zu Adolf Hennecke gehören deshalb zu den aufgegriffenen Themen.

Klaus Gumnior versichert: "Hier werden nicht irgendwelche Sachen abgeschrieben, die schon irgendwo stehen. Hier wird ganz neu geschrieben." Geschichtsbewusste Oelsnitzer sollen bei dem Heft ebenso auf ihre Kosten kommen, wie die sachsenweite Leserschaft der "Sächsischen Heimatblätter" und Oelsnitz-Besucher.

Erscheinen soll die Ausgabe kurz vor dem Tag der Sachsen, Ende August. Dann wird es auch eine Präsentation der Publikation in Oelsnitz geben.

 
erschienen am 21.07.2010 ( Von Cristina Zehrfeld )
 
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