Betreiber des Thalheimer Bads will Vertrag mit Stadt sofort kündigen
Laut der Oewa Wasser und Abwasser GmbH ist das Bad in existenzielle finanzielle Schieflage geraten
Thalheim. Die Debatte um die Zukunft des umstrittenen Thalheimer Erzgebirgsbades wird immer dramatischer. Die Betreiberfirma Oewa glaubt nicht mehr an das Überleben der Einrichtung unter den derzeitigen Vertragsbedingungen mit der Stadt. Wegen des mittlerweile angehäuften Defizits von rund 619.000 Euro könne das Bad so nicht bis Ende Juli 2019 betrieben werden. "Daher haben wird die Stadt Thalheim um die Beendigung des Vertrages gebeten", so der Kern einer zweiseitigen Pressemitteilung des Leipziger Unternehmens.
Die Oewa reagierte damit auf Recherche-Nachfragen von "Freie Presse". Im Vorfeld war durchgesickert, dass sowohl die erwähnte Kündigung als auch ein finanzielles Minus von mehr als 600.000 Euro hinter verschlossenen Türen im Stadtrat diskutiert werden sollte.
"Wir haben der Stadt aber Unterstützung bei der Lösungssuche angeboten, damit Bürger und Gäste der Region weiter das Bad besuchen können und auch die rund 30 Arbeitsplätze gesichert werden", erklärte Wolfram Scholl, Leiter Betrieb der Oewa. Eine Möglichkeit wäre aus Sicht des Unternehmens, den Betreibervertrag erst per 31.Dezember 2013 zu beenden und bis dahin eine Neuausschreibung für den Betrieb der Einrichtung unter neuen Konditionen zu organisieren. Diese Variante werde im Stadtrat geprüft, so das Unternehmen weiter.
Am späten Nachmittag hat sich auch Bürgermeister René Kühn geäußert. Nach seiner Aussage werde - in Absprache mit dem Ältestenrat des Stadtrates - das am 5. Juni eingegangene Kündigungsschreiben der Oewa rechtlich überprüft. "Wir sind bemüht, eine einvernehmliche Lösung herbeizuführen", so Kühn. Zudem deutete er an, dass der jetzige Betreibervertrag die Übernahme von Betriebskosten und damit des hohen Defizits nicht vorsehe. "Wesentliche Änderungen des bestehenden Betreibervertrages bedürfen aus vergaberechtlichen Gründen einer öffentlichen Ausschreibung."
Sicher ist: Mit der jetzt im Thalheimer Rathaus eingegangenen Kündigung des Betreibervertrages ist die Oewa Bürgermeister Kühn quasi zuvor gekommen. Er hatte bereits im April in einer nicht öffentlichen Stadtratssitzung versucht, die Räte zu überzeugen, den Badbetreiber vor die Tür zu setzen, ihm den bis Ende Juli 2019 laufenden Vertrag sofort zu kündigen.
Begründet hatte Kühn sein Vorpreschen in der Sache mit der nur noch minimalistischen Betreibung des Bades durch die Oewa. Die hatte zum 1. April verschiedene Änderungen in der Einrichtung durchgesetzt. Unter anderem wurde die tägliche Öffnungszeit des Bades um jeweils eine Stunde gekürzt. Auch bei den Gastrobereichen wurden gravierende Einschnitte durchgesetzt. Begründet hat das die Oewa mit einem massiven Besucherrückgang.
Vor knapp drei Jahren hatte sich der Stadtrat entschieden, dass die Oewa zum 1. August 2009 für zehn Jahre den Betrieb des Erzgebirgsbades Thalheim übernehmen sollte. "Wir erneuerten zum Beispiel die Wassertechnik- und Lüftungssteuerung, den Rutschenturm, das Kassensystem und die Fenster. Alles technisch-organisatorische Verbesserungen, die sehr gute Ergebnisse bewirkten. Sie genügen aber nicht, um das Bad künftig Kosten deckend zu betreiben und den Badbetrieb aufrecht zu erhalten", so Scholl.


19:58 Uhr
JaBo: Ich persönlich besuche das Erzgebirgsbad sehr gerne und verstehe auch, dass mit der Betreibung des Bades hohe Kosten verbunden sind. Trotzdem wundert es mich nicht, wenn das Bad immer weniger Badegäste zu beklagen hat. Die aktuellen Preise sind einfach zu hoch und gerade für Familien, die sicherlich gern das Bad besuchen würden, einfach nicht erschwinglich.
18:32 Uhr
Nebukatnezar: Schadet der Stadt gar nichts, warum mußte man GROß hinaus mit einen Spassbad wo man das schönste und größte Freibad in der Region hatte. Es mußte weg genauso wie das Erbgericht was nun ei nutzloser Koltz ist.