Das Ehepaar Bärbel und Andreas Kober beteiligt sich auch mit einer Spende an der Belohnungssumme für die Ergreifung des Jahnsdorfer Feuerteufels. Beide stehen an einem der Tatorte von der Nacht zum 19. August: Dort, wo einst die Scheune der Nachbarn stand, ist heute nur noch Erde.
Foto: Andreas Tannert
Bürger geben Geld für Brandstifter-Suche
Auf der Jagd nach Feuerteufel zeigen Jahnsdorfer Solidarität - Spenden für sachdienliche Hinweise
Jahnsdorf. Es kann jeden treffen im Ort. So denkt auch Bärbel Kober. Und weil die 53-Jährige Jahnsdorf allgemein und ihren Ortsteil Leukersdorf besonders liebt, seit Geburt dort wohnt und ein großes Herz hat, spendete sie mit ihrem Mann 50 Euro. "Vielleicht hilft es, dass ihn doch jemand verpfeift", sagt die Erzieherin. Das Wort Feuerteufel - die Beschreibung für jenen Unbekannten, der seit Wochen immer mal wieder für Angst im Ort sorgt - dieses Wort nimmt sie nicht in den Mund.
Die Kobers gehören zu insgesamt sieben Spendern, die bislang zusammen 525 Euro an die Gemeinde überwiesen haben. Damit beträgt die Belohnungssumme für sachdienliche Hinweise zur Ergreifung des Brandstifters von Jahnsdorf bereits 1525 Euro - die ersten 1000 Euro hatte die Gemeinde per Ratsbeschluss ausgelobt. Das Kalkül der Spendenaktion: Die Chancen steigen, je höher die Belohnung ist.
"Ich hoffe, dass noch mehr Bürger spenden", sagt Bärbel Kober. Und dann sagt sie es nochmal: "Es kann ja jeden treffen. Niemand weiß doch, ob der Täter wiederkommt und wo er diesmal zündelt." Sie selbst hat einen der Brände mit eigenen Augen gesehen. Es war in der Nacht zum 19. August. Damals gab es in Jahnsdorf drei Brandstiftungen - so stand eine Scheune direkt neben einem Wohnhaus in Flammen. Das war gleich schräg gegenüber der Familie Kober. Auch ein Pkw Ford sowie der ehemalige Kiosk im Freibad brannten. In den Monaten zuvor wurden zudem ähnliche Fälle - in gewissen zeitlichen Abständen - vermeldet. So standen etwa das Rittergut in Leukersdorf sowie eine Gartenlaube in Flammen,
Für den Sächsischen Städte- und Gemeindetag ist die Jahnsdorfer Aktion der freiwilligen Bürgerbeteiligung an der Belohnungssumme außergewöhnlich. Grundsätzlich könne eine Kommune besagte Belohnungen für sachdienliche Hinweise zur Aufklärung von Straftaten ausloben, so Geschäftsführer Mischa Woitscheck. Voraussetzung sei der Bezug zum kommunalen Wirkungskreis, was bei Brandstiftung und dem kommunalen Brandschutz zweifellos der Fall sei. Die Bürger mit Spenden zu beteiligen, komme aber "sehr selten vor. Uns ist in den letzten Jahren jedenfalls kein derartiger Fall bekannt geworden", so Woitscheck weiter.
Ob die ganze Hilfsaktion letztlich dazu beiträgt, dem Brandstifter auf die Schliche zu kommen, bleibt aber noch unklar. Laut dem Sprecher der Polizeidirektion Chemnitz/Erzgebirge, Frank Fischer, gebe es noch keine Hinweise oder gar eine Spur zum Feuerteufel von Jahnsdorf.
Sachdienliche Hinweise sind an die Polizeidirektion Chemnitz-Erzgebirge zu richten, Telefon: 0371 387 2279, oder an jede andere Polizeidienststelle. Spender überweisen den Beitrag auf das Konto 3754001450, Bankleitzahl: 87054000, Sparkasse Erzgebirge. Verwendungszweck: Ergreifung Brandstifter. Die Belohnung wird von der Gemeinde solange verwaltet, bis Hinweise eingehen. Ansonsten werden die Gelder erstattet. Der eingezahlte Betrag steht nur einmal zur Verfügung.


