Die Grüne Linie fährt wieder pünktlicher

Wichtigste Buslinie der Region fährt seit 6 Wochen auf neuer Strecke

Stollberg. Fahrgäste und Busfahrer sagen: Die Grüne Linie ist wieder schnell. Auch das zuständige Unternehmen, die Regionalverkehr Erzgebirge GmbH (RVE), bestätigt diesen Eindruck. "Dass es spürbar besser geworden ist, ist richtig. Und darüber freuen wir uns", sagt RVE-Chefverkehrsplaner Lutz Zulauf. In den vergangenen Monaten des alten Jahres waren auf der Grünen Linie Verspätungen von bis zu 20 Minuten eher die Regel als die Ausnahme. Etliche Fahrgäste hatten sich bei der RVE beschwert - oder sich an die Lokalredaktion der "Freien Presse" gewandt.

Rückblick: Mit der Fahrplanänderung Ende August 2011 ließ die RVE die Busse im Städtedreieck Stollberg-Oelsnitz-Lugau nicht mehr direkt aus Oelsnitz und Lugau nach Stollberg fahren. Dieses System hatten die Planer modifiziert: Die Busse fuhren nun in beide Richtungen in einem großen Kreis- verkehr die Orte Stollberg, Neuwürschnitz, Oelsnitz, Lugau und Niederwürschnitz ab. Wichtig war dabei, dass die Gesamtfahrzeit pro Kreis nicht mehr als eine Stunde dauern sollte - eine für das Busunternehmen psychologisch wichtige Botschaft an die Kunden.

Einschneidende Änderungen

Doch es gab erhebliche Probleme. So wurde die Staatsstraße 256 zwischen Niederdorf und Niederwürschnitz erst zum Jahresende 2011 wieder für den Verkehr geöffnet. Damit konnte auch die Grüne Linie erst dann wieder diese Strecke nutzen. Zuvor musste sie den engen, mit vielen Ampeln eher langsamen Bereich zwischen Niederwürschnitz und Stollberg als Alternativstrecke befahren. Zudem wurde auf den "Sinnlos-Kringel" - so der Spitzname bei Fahrgästen - wieder verzichtet: Dahinter verbirgt sich die zeitaufwendige Verknüpfung des Stollberger Stadtzentrums und der Krankenhäuser. Die Grüne Linie fuhr sozusagen im großen Kreis noch einen kleinen Kreis. Seit etwa sechs Wochen fährt auf dieser Strecke wieder die Stadtlinie Stollberg.

Damit konnten auch die Umsteigezeiten wieder umsetzbarer gestaltet werden. Zuvor waren die Routen sehr knapp auf Anschlüsse wie der Citybahnen nach Chemnitz oder Glauchau und der Buslinien, etwa nach Thalheim und Aue, abgestimmt - teilweise mit nur vier Minuten Umsteigezeit. Auf dem Papier ein attraktives Angebot des Nahverkehrs, weil die Fahrgäste schnell weiterfahren können - wenn denn die Busse pünktlich ankommen. Das klappt nun offenbar besser. "Wir haben etwa bei den Citybahn-Anschlüssen nun bis zu sieben Minuten Zeit einkalkuliert", sagte Lutz Zulauf bereits Mitte Dezember vergangenen Jahres.

Staatsstraße birgt Problem

Das alles kann aber im Frühjahr bereits wieder anders - und schlechter - werden. Denn dann endet die Winterpause der Bauarbeiten zwischen Niederdorf und Niederwürschnitz. Die Staatsstraße 256 wird dann bis Oktober erneut gesperrt - der zweite Bauabschnitt steht an. Wann genau die Bauarbeiten beginnen, steht aber noch nicht fest. "Wir müssen erst sicher sein, dass der Winter vorbei ist. Vorher ist es zu riskant, weiterzubauen", sagt Andrea Förster, die für Straßenbau zuständige Referatsleiterin im Straßenbauamt Plauen.

Der Weiterbau hat Auswirkungen auf die Grüne Linie. Zulauf: "Dann müssen wir wieder den alten Weg zwischen Lugau und Stollberg über den Berg fahren. Aber dafür können wir dann nichts." Neue Verkehrsbehinderungen seien denkbar, denn der Individualverkehr müsse ja dann auch wieder ein halbes Jahr dort entlang fahren.

Die Beschreibung "erneute Verspätungen für unsere Busse " will Zulauf dabei aber nicht in den Mund nehmen. Er sagt es lieber so: "Wir werden uns dann mit unseren Bussen dem erhöhten Verkehrsaufkommen stellen müssen."

 
erschienen am 19.01.2012 ( Von Jan Oechsner )
© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
 
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