Heizkraftwerk Die Schornsteine des Heizkraftkraftwerks in Stollberg an der Hohensteiner Straße 43: Sie werden mit Energiesparlampen zu Werbezwecken angestrahlt. Nun sollen zwei Spezialfirmen das Kraftwerk modernisieren. Unter anderem soll der Wirkungsgrad spürbar verbessert werden. Das Kraftwerk deckt einen Großteil des Strom- und Wärmebedarfs in Stollberg.

Foto: Andreas Tannert

Eine Million Euro für das Heizkraftwerk in Stollberg

Modernisierungsarbeiten beginnen mitten im Winter

Stollberg. Hendrik Haertwig versteht den offenkundigen Widerspruch: Ein Heizkraftwerk im Winter/Frühjahr modernisieren? "Ja, wir wollen nach jetziger Planung im Juni mit den Arbeiten fertig sein. Und zwar bei volllaufendem Betrieb", erläutert der Geschäftsführer der Verbundwerke Südwestsachsen (VSW). In der jetzigen Wettersituation werde noch nicht gebaut und montiert, aber sobald der Winter milder ist, muss und soll es losgehen.

Aber Haertwig sagt auch: "Niemand muss frieren. Denn wenn zum Beispiel eine Blockheizkraftwerk-Maschine erneuert wird, arbeitet der Kessel dafür. Dieser ist als Ersatz sowieso da, etwa bei Havarien oder Notfällen", sagt Haertwig. Der Strom- und Wärmeversorger hat viel vor: Das Heizkraftwerk in Stollberg wird als erstes einer Modernisierungskur unterzogen. Dann könnten die Anlage in Lichtenstein 2013 und ab 2014 dann die beiden Heizkraftwerke in Crimmitschau erneuert werden. "Das ist die Planung", sagt Haertwig.

Sicher ist jedoch dies: Vor allem die Anlagen und Leitungen des Blockheizkraftwerks in Stollberg bedürfen aus technischer Sicht nach 20 Jahren Laufzeit einer Sanierung. Die VSW investiert rund eine Million Euro in das Vorhaben. Laut Haertwig schließt die Modernisierung die Erneuerung von Motoren, Katalysatoren, aber auch Steuer- und Regelungstechnik ein. Außerdem sind die Erweiterung der Speicheranlage und die Vergrößerung des Transformators vorgesehen.

Haertwig: "Durch diese effizienzsteigernden Maßnahmen erhöht sich der elektrische Wirkungsgrad des Heizkraftwerkes von 28 auf 39 Prozent. Das bedeutet, dass die Anlage als hocheffizient eingestuft und somit förderfähig ist." Beim Wirkungsgrad handelt es sich vereinfacht gesagt um das Verhältnis von abgegebener zu zugeführter Leistung. Die Differenz wird als Verlustleistung bezeichnet.

Mit der Erneuerung des Heizkraftwerkes sind zwei Firmen aus Altenburg und aus Zwönitz beauftragt worden. Im Jahr 2010 - so die neuesten Zahlen - wurden rund 16,9 Gigawattstunden Wärme und rund 5,4 Gigawattstunden Strom im Kraft-Wärme-Kopplungsverfahren erzeugt. Die VSW beschäftigt nach eigener Aussage 84 Mitarbeiter, darunter zwei Geschäftsführer und sechs Auszubildende. Anteilseigner sind die Envia Mitteldeutsche Energie AG sowie die Städte Crimmitschau, Lichtenstein und Stollberg. Die VSW versorgt etwa 37.000 Kunden mit Strom, Gas und Fernwärme.

 
erschienen am 09.02.2012 ( Von Jan Oechsner )
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