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Erzgebirge: Probleme bei Hartz IV - Im Notfall Barscheck
Auszahlung von Leistungen immer noch in der Kritik
Stollberg. Bei der Auszahlung der Hartz-IV-Leistungen im Erzgebirge gibt es immer noch Probleme. Einige Betroffene widersprechen Landrat Frank Vogel (CDU). Der hatte gesagt, diese erfolgen termingerecht. Seit Januar ist der Kreis verantwortlich für Langzeitarbeitslose und Familien.
Auf Nachfrage hat das Jobcenter eingeräumt, dass es noch Schwierigkeiten gibt. Leiter Frank Reißmann fordert aber auch die Betroffenen zum Mitwirken auf.
Einige hatten der "Freien Presse" geschrieben, dass sie nicht wie versprochen bis 31. Januar einen Bescheid bekommen hätten oder ihnen die Bearbeitung ihrer Anträge überhaupt zu lange dauere.
Zum Beispiel Olivia Weigelt aus Crottendorf: Die 24-Jährige ist allein erziehend; im Dezember kam das dritte Kind zu Welt. Für das Mädchen hatte sie bis Anfang Februar noch kein Geld bekommen. "Ich wusste nicht, wovon ich einkaufen sollte." Das Jobcenter konnte den Sachverhalt klären: Für ihr Baby hatte Olivia Weigelt auch Elterngeld beantragt. "Das ist eine vorrangige Leistung. Nur wenn diese nicht ausreicht, um den Bedarf zu decken, können wir zusätzlich Grundsicherungsleistung auszahlen", erklärt Ines Fleischhacker, Referentin im Jobcenter. Dasselbe gelte für Vermögen und andere Einkommen.
Die Anträge auf Elterngeld werden ebenfalls im Landratsamt bearbeitet, allerdings in einer anderen Abteilung. Das Jobcenter prüft, wie viel Unterstützung der Familie zusätzlich zusteht. Diese Prüfung habe wegen der neuen Struktur mehr Zeit erfordert als üblich, sagt Reißmann. Denn im Januar waren die Jobcenter-Mitarbeiter damit beschäftigt, alle Anträge zu bearbeiten. "Es war unsere Priorität, zum 1. Februar die Leistungen zu gewähren", betont Reißmann. Das Amt habe deshalb einige Fälle zurückgestellt, in denen die Höhe der Auszahlung rückwirkend berechnet werden musste, weil sich etwas geändert hatte - etwa weil ein Kind geboren worden war. "Wer uns eine Notlage anzeigt, bekommt sofort einen Barscheck", betont Referentin Fleischhacker. Das sei bis jetzt etwa 130 Mal geschehen, auch bei Olivia Weigelt aus Crottendorf. Dazu seien keine weiteren Nachweise nötig.
In der Regel dauere die Bearbeitung der Anträge maximal 14 Tage, sagt Reißmann. Allerdings müsse der Bürger sämtliche Nachweise einreichen. "Fehler können vereinzelt passieren", sagt der Chef des Jobcenters. Wer sich aber dort melde, bekomme Hilfe. Das wollen derzeit freilich viele Menschen. Frank Reißmann räumt ein, dass das Telefon überlastet ist: "Zurzeit haben wir etwas weniger als 2000 Anrufe täglich. Wir bewegen uns in Richtung Normalität." Außerdem könnten Betroffene persönlich vorsprechen. "Wir müssen verlangen, dass die Menschen bei Problemen ins Bürgerbüro kommen oder wenn nötig mehrmals anrufen."
Neben besetzten Telefonen ärgern Betroffene die Briefe. "Kein Ansprechpartner, kein höflicher Abschluss", beschwerte sich ein Leser. Das habe seinen Sinn, erklärt Reißmann. Bewusst spreche man Menschen als "Antragsteller" an und unterschreibe nicht: "Wir wollen deutlich machen, dass nicht ein einzelner Mitarbeiter verantwortlich ist und kein Empfänger besser oder schlechter behandelt wird."
Von Eva-Maria Simon



06:26 Uhr
RabenschwarzesICH: "In der Regel dauere die Bearbeitung der Anträge maximal 14 Tage"
Mein hellklingendes Lachen ist wohl bis in die entferntesten Regionen des Erzgebirges zu hören. Herr Reißmann ? Meinten Sie 14 WOCHEN ??? Oder wie wollen Sie mir sonst erklären, dass ich bereits seit November letztes Jahr auf eine Kostenusage oder Ablehnung für eine Jugendherbergsfahrt für mein Kind warte? Die Fahrt war übrigens bereits im Februar ....
10:28 Uhr
FreeSpeech: "Das Jobcenter konnte den Sachverhalt klären: Für ihr Baby hatte Olivia Weigelt auch Elterngeld beantragt. "Das ist eine vorrangige Leistung."
Geklärt?
Geklärt wird immer nur auf Druck von aussen...
Und völlig klar- von dem bißchen Elterngeld (wenn überhaupt) kann man schon eine 4köpfige Familie ernähren.
Krank!
21:42 Uhr
Baghira: Zitat: "Das habe seinen Sinn, erklärt Reißmann. Bewusst spreche man Menschen als "Antragsteller" an und unterschreibe nicht: ..."
Welch menschenverachtende Grundeinstellung bricht da aus, nicht EIN MENSCH, sondern ein "Antragsteller"
Sowas nenne ich faschistuid!!!
14:29 Uhr
Flashback2012: was ist das für ein system.....??.einfach krank! ob man arbeitet oder arbeitslos ist, alles unsozial,kalt und rücksichtslos...klar viele bringen leistung, verdienen gut, weil sie fleissig sind,aber ist das nur show weil das system euch NUR braucht???und wenn man nicht so funktioniert wie das system es will ,wird man unterdrückt und erpresst.....das steuersystem ist nur dazu da damit der steuerzaher das recht hat sich gegenseitig zu bevormunden und kaputt zu machen...und dann das, die armen menschen!! einfach nur übel!!
14:18 Uhr
Katzelchen: Vor allem wollen job-center deutlich machen, dass es einem Antragsteller nicht gelingen wird, den verantwortlichen Mitarbeiter ausfindig zu machen.
Das erreicht er erst dann, wenn das vor dem Sozialgericht gelandet ist. Die "2000 Anrufe pro Tag" könnten sie sich ersparen, wenn sie Bescheide nicht fehlerhaft und termingerecht ergehen lassen.
Außerdem sind job-center eigentlich Dienstleister im Staatsauftrag, dann sollen sie diese Dienste bitte auch leisten.