Erzieher wollen beim Konzept mitreden
Lugau bereitet den Trägerwechsel zweier Kindereinrichtungen vor
Lugau. Die Stadt Lugau geht die Vorbereitung eines Trägerwechsels seiner kommunalen Kindereinrichtungen an. Grund: Für den Hort und für die Kita "Friedrich Fröbel" gibt es Interessenbekundungen der Volkssolidarität Westerzgebirge und der Johanniter. Zudem räume das Kindertagesstättengesetz freien Trägern den Vorrang ein, erklärte Bürgermeister Thomas Weikert (Linke).
Der Stadtrat hat dafür am Montagabend einstimmig die Weichen gestellt. Dessen Beschluss sieht die Bildung eines Arbeitskreises vor, der den Wechsel vorbereiten und begleiten soll. Ihm werden unter anderem Erzieher, Eltern, Stadträte und Mitarbeiter des Rathauses angehören. Angestrebt wird der Wechsel zum Schuljahresbeginn 2013/14. Eine der ersten Aufgaben des Arbeitskreises wird es sein, den Kontakt mit weiteren freien Trägern aufzunehmen, um aus einer größeren Anzahl an Bewerbern wählen zu können.
Kita: Noch viele Fragen zu klären
Eltern und Erzieher seien vorab von den Plänen informiert worden, sagte Hauptamtsleiter Wolfgang Frech. Das bestätigte Heike Weber, Leiterin der Kita "Friedrich Fröbel", am Dienstag. Man stehe dem nicht voreingenommen gegenüber, sagte sie. Heike Weber betonte aber auch, dass es durchaus noch viele offene Fragen gebe: "Wie geht es weiter mit Erzieherinnen mit befristeten Verträgen, wie mit dem technischen Personal?"
Es sei für sie auch von großer Bedeutung, dass die Entscheidung für einen Träger fällt, dessen Konzept zur Einrichtung passt. Ein Großteil der Eltern habe ganz bewusst keine christliche Kita gewählt beziehungsweise sich für die Konzeption, mit den Kindern nach Grundsätzen des Pädagogen Friedrich Fröbel zu arbeiten, entschieden. "Das ist absolut wichtig für viele Eltern."
Elternbeiträge für alle gleich
Keine Sorgen müssen sich die Eltern bezüglich der Beiträge machen, sagte am Montag Hauptamtsleiter Wolfgang Frech. Diese werden auf Grundlage der Betriebskosten ermittelt, die wiederum bei freien Trägern eher sinken. Das sei eine Erfahrung nicht nur in Lugau, sondern im gesamten Erzgebirgskreis. Zudem werde der Elternbeitrag aus dem Durchschnitt der Betriebskosten sämtlicher Einrichtungen in der Stadt gebildet und sei damit für alle gleich.
Was die Mitarbeiter betreffe, so gelten bei so einem Übergang sämtliche Arbeitsbedingungen zunächst für ein Jahr weiter, erklärte Frech. Dann gehe es nach den Tarifverträgen der freien Träger. Deren Bezahlung liege zwar nicht so hoch wie im öffentlichen Dienst, sei aber "nahe dran". Gerade im Erzieherbereich gebe es Engpässe. "Wer schlecht bezahlt, kriegt keinen." Dies seien alles Themen, die in den konkreten Verhandlungen besprochen werden. Erzieher und der Personalrat seien deshalb im Arbeitskreis vertreten.
Am MIttwoch steht der Trägerwechsel auch zur Erlbach-Kirchberger Gemeinderatssitzung zum Beschluss. Dort geht es um die Kita "Gockelhahn". Geben die Räte ihr Okay, soll der Arbeitskreis erweitert und für alle drei Einrichtungen aktiv werden.

