Haustürstromer: Landgericht hat seine Entscheidung vertagt
Zoff mit Mitbewerber, der laut Verbundwerke Südwestsachsen unseriös um Stromkunden kämpft, bleibt offen
Stollberg. Die Stromkunden der Verbundwerke Südwestsachsen (VWS) in Stollberg, Crimmitschau und Lichtenstein laufen weiter Gefahr, es mit einem unseriösen Mitbewerber auf dem Energiemarkt zu tun zu bekommen. Denn eine jetzt angesetzte Verhandlung vorm Landgericht Leipzig, genau diesen unlauteren Wettbewerb verbindlich und gegen Strafandrohung zu unterlassen, wurde auf den 7. November dieses Jahres vertagt. Laut VWS habe die Richterin keine Beweisaufnahme vorgenommen, sondern wolle von der Gegenseite eine Stellungnahme. Das Landgericht Leipzig verhandelt alle sächsischen Wettbewerbsstreitigkeiten im Freistaat.
Diese Gegenseite - ein Anbieter aus München - habe laut VWS seit nunmehr einigen Monaten mit unlauteren Haustürgeschäften Kunden in der Region abwerben wollen - und es bei etwa 30 auch schon geschafft. Das Problem im Kern - "Freie Presse berichtete mehrfach: Die fremden Stromberater würden sich als VWS-Mitarbeiter ausgeben und zudem falsche Preise nennen, um neue und scheinbar günstigere Verträge abzuschließen. "Wir haben nichts gegen Wettbewerb. Aber er muss fair sein", sagt VWS-Geschäftsführer Hendrik Haertwig.
Immerhin hat das Unternehmen einen Betroffenen als Zeugen gewinnen können. Dieser Mann aus Crimmitschau bestätigt den Vorwurf der VWS und stärkt damit die Position vor Gericht.
Eine juristisch formulierte Erklärung, die besagten Geschäftsgebaren zu stoppen, wurde bereits vor langer Zeit von der Stollberger VWS-Zentrale nach München verschickt. Eine unterschriebene Antwort sei aber nie zurückgekommen. Auch "Freie Presse" hatte sich um eine Stellungnahme in München bemüht - aber ohne Erfolg.

