Steffen Lubojanski produziert in seiner Werkstatt in Neukirchen erzgebirgische Holzkunst von Schwibbögen bis Pyramiden. "Die Bäume wachsen nicht in den Himmel, aber es ist in Ordnung", sagt er über die Lage im Moment. Der Export spielt für ihn kaum eine Rolle. Also präsentiert er seine Produkte lieber vor der Haustür.
Foto: Andreas Tannert
Heimische Spielzeugmacher tun sich in der Fremde oft schwer
Für erzgebirgischen Kunsthandwerker beginnt Messe-Saison
Stollberg. Es ist Mitte Januar, aber Steffen Lubojanski plant schon wieder für Weihnachten. Der Spielzeugmacher betreibt in Neukirchen am Stern eine Kunsthandwerksfirma samt Laden und Café. Den Chef eingeschlossen, arbeiten in der Werkstatt maximal drei Leute. Sie fertigen Nussknacker, Räuchermänner, Schwibbögen, Pyramiden. Was man sich eben unter erzgebirgischer Holzkunst so vorstellt. "Wir sind ein kleines Unternehmen", sagt Lubojanski. "Wir müssen unsere Lager langsam wieder füllen."
Leer aber werden die Lager auch nicht von allein. In diesen Tagen beginnt die Messe-Saison. Den Auftakt macht am Wochenende die Christmasworld in Frankfurt am Main. Es folgen die Nürnberger Spielwarenmesse Anfang Februar, dann wieder in Frankfurt die Ambiente und Ende Februar schließlich die Leipziger Messe Cadeaux für Geschenke und Wohnideen, die auch im Herbst stattfindet. Der Verband Erzgebirgischer Kunsthandwerker und Spielwarenhersteller ist vorsichtig optimistisch, dass seine Mitglieder von diesen Messen mit genug Aufträgen zurückkehren.
Gewisser Trend erkennbar
Im Weihnachtsgeschäft sei "ein gewisser Trend zu hochwertigen Erzeugnissen der Erzgebirgischen Holzkunst erkennbar gewesen", erklärt Verbandsgeschäftsführer Dieter Uhlmann - und zwar "deutlicher als in den Vorjahren". Deshalb rechnet Uhlmann damit, dass die Händler auf den Trend reagieren und bei den Messen stärker ordern. Doch für große Geschäfte fühlen sich kleine Hersteller wie Lubojanskis Firma nicht stark genug.
"Die Christmasworld in Frankfurt bedeutet relativ viel Aufwand", sagt er. Vier, fünf Mal war sein Betrieb dort vertreten. Fünf Tage dauert die Messe, länger als andere. Das treibt die Kosten in die Höhe. "Dort ist es deutlich internationaler", sagt Lubojanski. Die Fachbesucher zeigen sich anspruchsvoll. "Die Amerikaner wollen jedes Jahr etwas komplett Neues."
Lediglich beim Herbst-Termin
Ein Geschäft, das sich für Lubojanski nicht rechnet. Auch wenn er nach 20 Jahren Erfahrung und dem Kontakt zu den Kunden ganz gut einschätzen kann, was gefragt ist. Der Export spielt bei ihm kaum eine Rolle. Also präsentiert er seine Produkte in diesem Jahr lediglich vor der Haustür, auf der Messe Cadeaux in Leipzig. Ein Branchentreff, den 40 bis 50 Spielzeughersteller aus dem Erzgebirge nutzen, sagt er. Aber nicht alle kommen zweimal im Jahr.
Die Firmen Gerd Protzner Pyramiden und Schwibbogenbau aus Gornsdorf und Erzgebirgische Holzkunst Weisbach aus Brünlos zeigen ihre Erzeugnisse und neuesten Kreationen für die Weihnachtszeit lediglich beim Herbst-Termin. "Für kleine Hersteller erzgebirgischer Volkskunst ist die Messe eine gute Möglichkeit, sich vorzustellen und ins Gespräch zu bringen", sagt Gerd Protzner. "An mehreren Ausstellungen im Jahr teilzunehmen, das lohnt sich aber nicht."


