Straße Lugau will die K 8807 (hier ein Blick auf das Teilstück Untere Hauptstraße) nicht haben, der Nachbarort Gersdorf seinen Teil auch nicht. Beide Kommunen klagen nun, derzeit bereiten Anwälte die Begründung vor.

Foto: A. Tannert

Lugau steht mit Klage nicht allein da

Zwei Kreisstraßen soll die Stadt in eigene Regie nehmen

Lugau/Burkhardtsdorf. Die Stadt Lugau hat sich gegen die Abstufung der Kreisstraßen 8807 und 8870 gewehrt, zieht aber in zumindest einem Fall den Kürzeren. Wie Bürgermeister Thomas Weikert (Linke) jetzt sagte, habe man bezüglich der K 8870 - das ist jene, die an der B 180 (Tankstelle) beginnt und nach Erlbach-Kirchberg führt - die Klage zurückgezogen.

Hintergrund: Nachdem einem Widerspruch nicht stattgegeben und Klage eingereicht worden war, habe es ein Gespräch mit Vertretern des Landratsamtes gegeben. Dabei war auch Bürgermeisterin Alexandra Lorenz-Kuniß aus Erlbach-Kirchberg, denn der Nachbarort sei mit einem kleinen Stück der Straße ebenfalls betroffen. Bei diesem Termin sei klar geworden, dass man wohl keine Chance auf Ablehnung der Abstufung habe, weil diese Straße tatsächlich nicht mehr der Definition einer Kreisstraße entspricht.

Allerdings seien durch den Landkreis Instandsetzungsmaßnahmen zugesichert worden. Dazu finde im Frühjahr eine Begehung statt. Mit der Abstufung zur Ortsstraße, die mit dem 1. Januar 2012 rechtskräftig wurde, sind Lugau und Erlbach-Kirchberg nun nicht nur für die Unterhaltung der Straße, sondern auch für den Winterdienst zuständig.

Anders sieht es bei der K 8807 aus. Die als Post- beziehungsweise Obere und Untere Hauptstraße bezeichnete Kreisstraße führt von Lugau nach Gersdorf - und soll auch dort abgestuft werden. Beide Kommunen bestreiten, nachdem auch hier einem Widerspruch nicht stattgegeben wurde, gemeinsam den Klageweg. Zurzeit werde von Rechtsanwälten die Klagebegründung ausgearbeitet, erklärte Weikert. Die Argumente: Wie eh und je verbinde die Straße zwei Landkreise, außerdem hätte auch eine Verkehrszählung nachgewiesen, dass die Klassifizierung als Kreisstraße berechtigt ist. Mehr als 5500 Kraftfahrzeuge hätten die Straße in 24 Stunden passiert. Thomas Weikert: "Wir wollen die Abstufung nach wie vor verhindern."

Auch die Gemeinde Burkhardtsdorf wehrt sich weiter. Nach einem Widerspruch hat sie nun Klage gegen die Abstufung der K 8812 zwischen Kemtau und Eibenberg eingereicht. Unter anderem habe die Straße nach wie vor Bedeutung für den überörtlichen Verkehr, betonte Servicebetriebsleiter Jörg Spiller. Dies sieht die Landesdirektion anders.

Die Klage hat aufschiebende Wirkung, bis auf Weiteres ist also der Kreis zuständig, auch für den Winterdienst. "Wir hoffen noch auf eine außergerichtliche Einigung", so Spiller. Zwar nicht Teil der Klage, aber ebenso Kritikpunkt seitens Gemeinde: der schlechte Zustand der Straße, der eine Sanierung erfordere.

 
erschienen am 08.02.2012 ( Von Viola Gerhard und Franziska Muth )
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