Die Wohnungen im Feuerwehrgebäude stehen schon seit Jahren leer. Darum hat die Stadt zum Jahresbeginn aus Kostengründen die Verwaltung des Gebäudes wieder selbst übernommen. In der Vergangenheit oblag dies der Wohnungsbaugesellschaft Lugau.
Foto: Andreas Tannert
Lugauer wollen Etage im Feuerwehrgebäude sanieren
Noch wartet die Stadt aber vergebens auf Fördermittel
Lugau. Die Stadt plant, in diesem Jahr eine Etage des Gebäudes zu sanieren und dabei auch den Schulungsraum der Feuerwehr den Erfordernissen anzupassen. Im Haushaltsentwurf sind dafür 50.000 Euro vorgesehen. Wenn der Rat die Haushaltssatzung 2012 am 5. März so beschließt, kann es praktisch losgehen. Nicht nur für die Feuerwehrleute selbst ein lange überfälliger Schritt, auch Bürgermeister Thomas Weikert (Linke) weiß, dass es Zeit wird: "Die Feuerwehr hat schon eine lange Wartezeit hinter sich und wurde immer wieder vertröstet."
Denn schon seit Jahren mahnen die Kameraden der Lugauer Wehr die Zustände im Gerätehaus an. Feuchte Wände im Keller, fehlende Duschgelegenheiten, der viel zu kleine Schulungsraum - die Liste der Kritikpunkte ist lang, wurde aber bisher wegen fehlender Finanzen nicht abgearbeitet. Denn die Stadt hat ein spezielles Problem: Es handelt sich nicht um einen reinen Zweckbau, sondern ein auch als Wohnhaus genutztes mehrstöckiges Gebäude. Sie kam aber bisher weder bei der Fachförderung für den Feuerwehr-Gebäudeteil zum Zug, noch über die Städtebauförderung für den Rest des Gebäudes.
Nun aber will sie Eigenmittel einsetzen, um zumindest in kleinen Schritten anzufangen. Dass dabei gleich die komplette erste Etage einer Sanierung unterzogen wird, hat den Hintergrund, dass dort auch der Kreisjugendring mit Streetworker "Fritz" Holger Junghans unterkommen soll. Dieser hat sein Domizil bisher in der Niederwürschnitzer "Tenne", muss dort aber Platz für eine Erweiterung der Krippe machen. Da Lugau eine sehr gute Zusammenarbeit mit dem Streetworker pflege, sei man interessiert gewesen, den Kreisjugendring und Junghans nach Lugau zu holen - und kam schließlich auf eine leerstehende Wohnung im ersten Obergeschoss der Feuerwehr.
Dort sollen nun die Zuschnitte geändert und die Elektrik neu verlegt, Fußböden erneuert und Wände gemalert werden, sagt Weikert. Der Kreisjugendring habe bereits damit begonnen, in seinen künftigen Räumen Arbeiten in Eigenleistung zu übernehmen. Sobald der Haushalt beschlossen ist, können dann auch Aufträge vergeben und der Schulungsraum angegangen werden.
Bereits im vergangenen Jahr hat die Stadt im Gebäude den Heizkessel ausgetauscht. Wie Bauamtsleiter Jan Jacob zur jüngsten Ratssitzung sagte, wurde der vorhandene Kessel gegen ein modernes Gas-Brennwert-Wandheizgerät ausgetauscht. Gleichzeitig sei der überdimensionierte Warmwasserspeicher durch einen kleineren ersetzt worden. Die dafür notwendigen Mittel in Höhe von rund 11.000Euro wurden als überplanmäßige Ausgaben aus Mehreinnahmen bei der Gewerbesteuer finanziert.


